Küberl: "Es geht um die Zukunftsfähigkeit des ORF"
Wien-Graz, 31.7.06 (KAP) Caritas-Präsident Franz Küberl, der im ORF-Stiftungsrat die Kirchen vertritt, hat den Bericht der ORF-Evaluierungsgruppe begrüßt. Im Gespräch mit "Kathpress" sagte Küberl am Montag, die Gruppe unter dem Vorsitz des früheren Generalintendanten Otto Oberhammer habe gut gearbeitet, er könne den Schlussfolgerungen zustimmen. Jetzt gehe es aber darum, den Bericht nicht als Spielmaterial für die Auseinandersetzungen der kommenden Wochen zu verwenden, sondern die Schlussfolgerungen wirklich ernst zu nehmen. Küberl wörtlich: "In den Schlussfolgerungen gibt es 'Bausteine', die jeder künftigen ORF-Geschäftsführung helfen können, dafür zu sorgen, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Teamgeist die Oberhand behält. Dieser Teamgeist ist eine Voraussetzung für die Erfüllung der spannenden Aufgabe des ORF im Bereich von Information, Bildung und Unterhaltung". Letztlich gehe es um die "Zukunftsfähigkeit" des ORF. "Die hängt ganz wesentlich auch von einem Grundmaß des Vertrauens zueinander und des Respekts voreinander ab", so Küberl.
Von "zentraler Bedeutung" ist für den Caritas-Präsidenten der Hinweis der Evaluierungsgruppe, dass die politische Berichterstattung "nach den Grundsätzen der Objektivität, Unparteilichkeit und Meinungsvielfalt" eine Voraussetzung für die Erfüllung des Programmauftrags darstellt. Bei den bevorstehenden Hearings für die ORF-Geschäftsführung werde allen Kandidaten die Frage zu stellen sein, wie sie diese Voraussetzung sichern wollen.
Küberl hält nicht viel von "naiven Forderungen" nach "Enthaltsamkeit" der politischen Parteien im Hinblick auf den ORF. Es gehe insgesamt um ein "erwachsenes Verhältnis" zwischen den politischen Parteien und dem ORF. Aber die Voraussetzungen, um über die aktuellen politischen Entwicklungen in Österreich angemessen informieren zu können, müssten besser werden. Es sei Aufgabe jeder Geschäftsführung, dafür zu sorgen, dass "im Haus die Fairness und das Miteinander stärker sind als politischer und persönlicher Argwohn".