Lachen als "Waffe der Hoffnung"
Salzburg, 7.8.06 (KAP) Den "sanften Humor Jesu" unterstrich der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari bei einem Forumsgespräch mit Starregisseur Martin Kusej über Humor und Religion im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Magazin des Glücks" der Salzburger Festspiele. In der Kirchengeschichte gebe es ebenso viele sehr ernste wie viele sehr fröhliche Heilige, erinnerte Bischof Kapellari. Das Lachen sei für Christen, entsprechend einem Wort des amerikanischen Theologen Harvey Cox, eine "Waffe der Hoffnung". Der steirische Bischof verwies auch auf Christus als "lächelnden Weltenrichter" auf einem Fresko in der von Herbert Boeckl gestalteten Engel-Kapelle in der Abtei Seckau. Auf die Frage an den Maler, warum sein Christus lächle, habe Boeckl lapidar geantwortet: "Weil er gewonnen hat".
Das Forumsgespräch zwischen Bischof Kapellari und Martin Kusej war prominenter Bestandteil des "Salons zur Erforschung der Grundlagen des Komischen" mit Theater-, Film- und Gesprächsabenden. Dabei sind u.a. der Dirigent Nikolaus Harnoncourt, der Schriftsteller und Filmregisseur Alexander Kluge und zahlreiche andere prominente Kunstschaffende beteiligt.
Bischof Kapellari widersprach dem bekannten Vorwurf, das Christentum habe von Anfang an mit Humor möglichst wenig zu tun gehabt, und belegte dies mit zahlreichen Beispielen. Die Evangelien berichteten zwar nicht ausdrücklich, dass Christus gelacht habe. Bei den Erzählungen über die Hochzeit in Kana, über den Umgang mit einer Ehebrecherin und mit der Frage, ob ein Jude guten Gewissens guten Gewissens die Steuer an den heidnischen Kaiser bezahlen dürfe, sei aber der sanfte Humor Jesu offenkundig. Der Bischof verwies bei dem Gespräch auch auf dem Lachen freundliche und ihm feindliche Strömungen sowohl in der vorchristlichen Antike wie im Christentum. Dem Ernst Heraklits und Platons stehe z.B. Aristoteles gegenüber, der den Menschen als "animal ridens", als einziges Lebewesen, das lachen könne, definiert habe.