Plädoyer für seriösen Umgang mit Kirchenaustrittszahlen
Anlass der Reaktionen von Kirchenvertretern ist Umfrage (300 Befragte) von "Integral", die viele Medien aufgriffen. Demnach würde eine Million Kirchenmitglieder den Austritt überlegen
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(KAP) Für Seriosität im Umgang mit Zahlen zu Kirchenaustritten haben am Freitag Verantwortliche der Kirchenbeitragsstellen plädiert. Unbestritten sei, dass es derzeit deutlich höhere Austrittszahlen gebe, und man bedauere jeden einzelnen Austritt, auch wenn man Verärgerung und Empörung über die jetzt an die Öffentlichkeit kommenden Missbrauchsfälle nachvollziehen könne, hieß es.
Auf "Spekulationen", wie viele Austritte es am Ende des Jahres tatsächlich sein werden oder wie viele Gläubige einen Austritt überlegen, wolle man sich aber nicht einlassen, betonte Josef Weiss, Leiter des Kirchenbeitragsdienst in der Erzdiözese Wien, gegenüber "Kathpress".
Im Bereich der kirchlichen Privatschulen werden derzeit keine Rückgänge bei den Anmeldezahlen verzeichnet, bestätigte schon am Donnerstag der Geschäftsführer der "Vereinigung der Ordensschulen", Rudolf Luftensteiner, im Gespräch mit "Kathpress".
Anlass der Reaktionen war eine am Donnerstag veröffentliche Umfrage des Instituts "Integral", die von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde. Laut der Umfrage würden rund 17 Prozent der rund 5,6 Millionen Katholiken, somit rund eine Million Kirchenmitglieder, den Kirchenaustritt überlegen. Eine Mehrheit von 56 Prozent hätten ein erschüttertes Vertrauen in die katholische Kirche und würden daher ihre Kinder auch nicht mehr der Obsorge von kirchlichen Einrichtungen anvertrauen wollen, so die Darstellung von "Integral".
Bei der telefonischen Blitzumfrage wurden 300 Personen befragt. Auftraggeber der Studie ist die "Unabhängige Plattform/Private Initiative zum Schutz der Opfer kirchlicher Gewalt". In der Presseaussendung der Auftraggeber wurde darauf hingewiesen, dass es Details der Studie und Infos zum Thema unter der Internetseite www.meinkirchenaustritt.at gibt. Als Betreiber dieser Internetseite scheint im Impressum Christian Fiala, Mariahilfergürtel 37, 1150 Wien auf. Von einer Person selben Namens wird am selben Ort auch die Abtreibungsklinik "Gynmed" betrieben (www.gynmed.at). Zwischen Fiala und katholischen Lebensschutzeinrichtungen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um das Thema Abtreibung.