Salesianer-Provinzkapitel berät über Jugendseelsorge
Orden spricht auch über Strategien der Vermeidung, Konzepte der Aufarbeitung und Maßnahmen für die Opfer von Missbrauch
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| P. Osanger |
Wien, 23.03.2010 (KAP) Über neue Formen der Jugendseelsorge und den Umgang mit sexuellen Missbrauch beraten die Salesianer Don Bosco bei ihrem österreichweiten Provinzkapitel, das am kommenden Sonntag in Wien beginnt. Auch gegen einige Salesianer wurden Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs und gewalttätiger Übergriffe vorgebracht. "Die Salesianer Don Boscos sind es vor allem den Opfern, sich selbst und den ihnen anvertrauten jungen Menschen schuldig, sich diesem Kapitel zu stellen, daraus zu lernen und es aufzuarbeiten", so Provinzial P. Rudolf Osanger in einer Presseaussendung am Dienstag.
Beim Provinzkapitel werden die Delegierten daher gleich zu Beginn über Strategien der Vermeidung, Konzepte der Aufarbeitung und Maßnahmen für die Opfer beraten. Eine von Osanger eingesetzte Arbeitsgruppe geht bereits allen Hinweisen nach.
Derzeit hätten sich zehn Personen an die Arbeitsgruppe gewandt, so Osanger. Die Vorwürfe würden sich auf körperliche Misshandlungen und sexuelle Übergriffe in unterschiedlicher Schwere beziehen. Mit allen Betroffenen seien die Salesianer in Kontakt, mit einigen seien bereits persönliche Gespräche geführt worden.
Opferschutz im Vordergrund
Im Vordergrund stehe der Opferschutz, so Osanger. Die Salesianer bitten daher allfällige weitere Opfer, mit dem Orden in Kontakt zu treten. Osanger: "Wir versichern jede Hilfe und Unterstützung zur Aufarbeitung der schmerzhaften Erfahrung." Für Betroffene steht P. Josef Vösl in Zusammenarbeit mit den diözesanen Ombudsstellen zur Verfügung (Telefon: 01/87839-530).
Neben dem Thema Missbrauch wollen sich die Delegierten vor allem der zeitgemäßen Jugendseelsorge widmen. P. Osanger: "Ziel ist es, unter den veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen, den Ordensauftrag, den pädagogischen und seelsorglichen Einsatz für Kinder und Jugendliche zu sichern."
Für die kommenden Jahre würden daher Strukturen geschaffen, die das ermöglichen sollen: Geplant seien eine Fachbereichsstelle für soziale Kinder- und Jugendarbeit ein, damit neue Projekte für benachteiligte junge Menschen entstehen. Die Salesianer wollten künftig auch vermehrt die fachlichen Kompetenzen der Mitbrüder sowie der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken.
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