"Mit der Schöpfungsverantwortung endlich ernst machen"
Wien, 8.8.06 (KAP) Zu einem verstärkten kirchlichen Engagement in Fragen der Schöpfungsverantwortung hat die Gründerin der "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung", Isolde Schönstein, am Dienstag aufgerufen. Schönstein bedauerte, dass es derzeit keinen ausreichenden Rückhalt für dieses Thema gebe. So würden die Aktivitäten und Angebote der ARGE, die zugleich die Leitung des "European Christian Enviromental Network" innehat, zwar mittlerweile europaweit anerkannt, in Österreich sei das Echo jedoch vergleichsweise schwach.
Schönstein erinnerte, dass die Bewahrung der Schöpfung bereits auf der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung 1997 in Graz ausdrücklich in die kirchlichen Handlungsziele aufgenommen worden sei. Die in einem Dossier festgehaltenen Grazer Handlungsempfehlungen seien jedoch bisher kaum wahrgenommen worden. Einen neuen Impuls erhofft sich Schönstein daher auch im Hinblick auf die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung im September 2007 im Rumänischen Sibiu (Hermannstadt), bei der Schöpfungsverantwortung als eines der neun zentralen Themen diskutiert werden wird.
"Schöpfungstag" und "Schöpfungszeit"
Am 1. September wird in zahlreichen europäischen Ländern der "Schöpfungstag" begangen, an den sich die "Schöpfungszeit" als "eine Zeit bewußter Konzentration auf die Themen Schöpfung, Nachhaltigkeit und Verantwortung" anschließt, so Schönstein. Sie endet am 4. Oktober mit dem Fest des Heiligen Franz von Assisi.
In Österreich wird der "Schöpfungstag" am 1. September mit einem Symposion zum Thema "Bedrohte Schöpfung - Hoffnung durch Handeln" im Wiener Don Bosco-Haus begangen. Dabei werden laut Schönstein die Schwerpunktthemen "Erneuerbare Energien", "Kirche und Nachhaltigkeit" und "Wissen als Hintergrund gesellschaftlichen Handelns" beleuchtet und diskutiert, um so die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit nachhaltiger Versorgungskonzepte zu sensibilisieren. Zeitgleich wird es auf dem Hietzinger Platz (Eingang Tiergarten Schönbrunn) eine Präsentation von Fairtrade- und "CleanClothes"-Produkten sowie eine Ausstellung zur nachhaltigen Energieversorgung geben. Den Abschluß des Schöpfungstages bildet ein "Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst" mit Vertreternder christlichen Kirchen, den der Wiener Weihbischof Franz Scharl um 18 Uhr in der Wiener Minoritenkirche leiten wird. Die anschließende "Schöpfungszeit" soll laut Schönstein insbesondere von Pfarren und Aktionsgruppen für Projekte und Präsentationen genutzt werden. Die ARGE stehe hierzu, so Schönstein, "jederzeit mit Materialien und Informationen zur Verfügung".
Der "Schöpfungstag" am 1. September wurde 1989 anlässlich der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel vom damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. in der Kirche von Konstantinopel eingeführt. Europaweit begangen wird der Tag seit 1990. In Österreich betrieb die "ARGE Schöpfungsverantwortung" 1996 die Einführung des "Schöpfungstages".
Weitere Informationen zum Symposion am 1. September gibt ers bei der "ARGE Schöpfungsverantwortung", Don Bosco Haus, St. Veit Gasse 25, 1130 Wien, Tel.: 0676-9558303, www.argeschoepfung.at.