Familienverband: Arbeitsfreier Sonntag muss bleiben
Es müsse alles unternommen werden, den eingeschlagenen Weg in die "Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft" nicht weiter zu beschleunigen. Schon jetzt arbeiten eine Million Österreicher am Sonntag
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Clemens Steindl, Präsident des Katholischen Familienverbands, und "Familienbischof" Klaus Küng
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Wien, 24.03.2010 (KAP) Der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) plädiert eindringlich für die Beibehaltung des arbeitsfreien Sonntags. KFÖ-Präsident Clemens Steindl sprach am Mittwoch in einer Presseaussendung von einer "familienfreundliche Zeitoase", die ein "Grundpfeiler des Familienlebens" sei.
Die Sonntagsarbeit in Österreich sei zwar für manche Branchen unerlässlich und in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Dennoch müsse alles unternommen werden, den eingeschlagenen Weg in die "Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft" nicht weiter zu beschleunigen, so Steindl. Schon jetzt würden 27,6 Prozent der Erwerbstätigen - ca. eine Million Österreicherinnen und Österreicher - zumindest gelegentlich an Sonn- und Feiertagen arbeiten.
"Durch variable Beschäftigungsverhältnisse, die vor allem in Krisenzeiten boomen, gerät der freie Sonntag stark unter Druck", kritisierte Steindl. Gemeinsame freie Stunden für die Familie würden immer mehr fehlen. Steindl: "Als Katholischer Familienverband plädieren wir verstärkt dafür, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die wichtige gesellschaftliche Rolle eines arbeitsfreien Sonntags nicht ins Wanken zu bringen."
Anlass für den Appell Steindls war die erste Europäische Konferenz zum Schutz des freien Sonntags, die am Mittwoch in Brüssel stattfand und auf eine Initiative des deutschen Europaabgeordneten Thomas Mann, der italienischen EU-Parlamentarierin Patrizia Toia und der Konrad-Adenauer-Stiftung zurückgeht.
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Die Tagung wurde von zahlreichen Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa unterstützt, darunter die österreichische "Allianz für den freien Sonntag", das Europäische Kolpingwerk und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB). Auch die Kommission der EU-Bischofskonferenzen (ComECE), die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und die Church of England als größte anglikanische Kirche unterstützten offiziell die Konferenz.
Der KFÖ war bei der Konferenz in Brüssel durch die Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Steiermark, Sissi Potzinger, vertreten. Politische Entscheidungen sollten mehr darauf hin überprüft werden, ob sie Familienleben entgegen stehen oder nicht, betonte Potzinger. Zu dieser Frage gehöre auch jene nach dem Erhalt des arbeitsfreien Sonntags.
Linktipps:
» Katholischer Familienverband Österreichs
» Allianz für den freien Sonntag Österreich