Rom: Papst betete mit Zehntausenden den Kreuzweg
Im Fackelschein gedachten sie am Kolosseum der 14 Stationen des Leidensweges Jesu von der Verurteilung bis zum Begräbnis. Gedenken an Papst Johannes Paul II., der vor genau fünf Jahren starb
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Rom, 02.04.2010 (KAP) In Rom haben Zehntausende Gläubige mit Papst Benedikt XVI. am Kolosseum den Kreuzweg gebetet. Im Fackelschein gedachten sie der 14 Stationen des Leidensweges Jesu von der Verurteilung bis zum Begräbnis. Mit den Meditationstexten zu der traditionellen Karfreitagsandacht hatte Benedikt XVI. seinen ehemaligen Kardinalvikar Camillo Ruini beauftragt. Anders als in früheren Jahren fehlten aktuelle Bezüge weitgehend.
Vielfach sei das "Licht des Guten" im Menschen verdunkelt "durch schändliche Begierden, durch Perversion des Herzens", hieß es in den Betrachtungen. "Auf uns selbst müssen wir also schauen: auf das Böse und die Sünde, die in uns wohnen und von denen wir allzu oft vorgeben, sie nicht zu kennen." Zugleich verwies die Meditation auf die Barmherzigkeit Gottes. Der Lebensweg müsse "ein Weg der Reue, des Schmerzes und der Umkehr sein, aber auch ein Weg der Dankbarkeit, des Glaubens und der Freude".
Im Blick auf die Sünden der Menschheit beteten der Papst und die Gläubigen darum, "das Kreuz Jesu nicht noch schwerer zu machen". Das leidende Antlitz Jesu fordere dazu heraus, "auf die zu schauen, die leiden, auf Nahe und Ferne, und nicht nur zu schauen, sondern zu helfen".
Eröffnet wurde die Prozession im Innern des antiken Amphitheaters von Kardinalvikar Agostino Vallini. Nach ihm trugen stellvertretend für die Leidenden dieser Welt Christen aus Haiti, dem Irak, dem Kongo und Vietnam, ein Behinderter sowie Ordensleute aus dem Heiligen Land das schlichte schwarze Holzkreuz. Benedikt XVI. verfolgte die Andacht in einem Pavillon auf dem Palatin-Hügel am Ziel des Gedenkweges.
Am Karfreitagabend jährte sich zugleich zum fünften Mal der Tod von Johannes Paul II. Der polnische Papst war am 2. April 2005 um 21.37 Uhr gestorben. Die Meditation erwähnte ihn mit einem Zitat aus seinen Schriften.
Beim Kreuzweg vor fünf Jahren - der Karfreitag fiel auf den 25. März - hatte Kardinal Joseph Ratzinger als Glaubenspräfekt die Betrachtungen formuliert. Damals fand er deutliche Worte über das Versagen katholischer Geistlicher: "Das verschmutzte Gewand und Gesicht deiner Kirche erschüttert uns. Aber wir selber sind es doch, die sie verschmutzen."
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