Pax Christi: "Gebetswoche für Frieden im Heiligen Land"
Linz, 10.8.06 (KAP) Die katholische Friedensbewegung "Pax Christi-Österreich" hat zur Teilnahme an der am Dienstag beginnenden weltweiten "Ökumenischen Gebetswoche für den Frieden im Heiligen Land" aufgerufen: "Alle Informationen nähren die Befürchtung, dass ein größerer Krieg entstehen kann. Schon jetzt sind die Lebensmöglichkeiten der Menschen im Libanon und Palästina auf Jahrzehnte zerstört, und auch den Menschen in Israel wird kein sicheres Leben in Frieden ermöglicht", heißt es in dem von "Pax Christi" am Donnerstag in Linz veröffentlichten Appell.
Nach Einschätzung der katholischen Friedensbewegung trägt die israelische Regierung und das Militär die Hauptverantwortung in diesem Konflikt; "extremistische Gruppen innerhalb der Hisbollah, Hamas und anderer arabischer Gruppen" hätten aber eine "schwere Verantwortung für viele Tote und Verletzte".
Israel habe statt zu verhandeln immer wieder eine militärische Lösung versucht, "sodass Libanesen und Palästinenser Israel primär als Zerstörer und Eroberer kennen". Militärische Gewalt und Landnahme produzierten immer neue Feindseligkeit. "Nur die Anerkennung demokratisch gewählter Regierungen und eine Lösung auf dem Verhandlungsweg kann alle zu Gewinnern machen. Krieg gegen zivile Gesellschaft bringt keine entführten Soldaten nach Hause so "Pax Christi".
Die Organisation weist darauf hin, dass gemäß dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) viele Gebiete des Libanon nicht mehr oder höchstens unter extrem gefährlichen und schwierigen Bedingungen für Hilfstransporte erreichbar seien. Gefordert wird ein sofortiger Waffenstillstand, der die Versorgung der Zivilbevölkerung, die Entwaffnung paramilitärischer Gruppen und den Austausch von Gefangenen ermöglicht.
Der Waffenstillstand und internationale Friedenstruppen an der libanesisch-israelischen Grenze müssten der erste Schritt sein. Folgen müssten der Abzug des israelischen Militärs aus den besetzten Gebieten, der Abbau der dortigen israelischen Siedlungen sowie die Etablierung von Israel und Palästina als zwei souveräne, sich gegenseitig anerkennende Staaten auf der Grundlage der UNO-Resolutionen mit Jerusalem als Hauptstadt von Israel und Palästina. Es bedürfe auch einer "zumindest symbolischen Anerkennung des Rückkehrrechts der Palästinenser".
"Wir unterstützen alle Initiativen, die dieses Ziel verfolgen. Wir fordern die österreichische Regierung auf, sich im Rahmen der EU klar und eindeutig in diesem Sinn für eine sofortiges Ende des Blutvergießen einzusetzen", so "Pax Christi" abschließend.