Mariazell: Sonderausstellung über Hauptaltar
Mariazell, 11.8.06 (KAP) In der Nord-Sakristei der Basilika Mariazell ist derzeit eine Sonderausstellung zum Thema "350 Johann Bernhard Fischer von Erlach - Erbauer des Hochaltares von Mariazell" zu sehen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Hochaltares und in die Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1998 bis 2000.
Der Hochaltar der Mariazeller Basilika - ein Gesamtkunstwerk zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit - entstand zwischen 1693 und 1704 nach dem Entwurf des berühmten Künstlers und Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Die Kreuzigungs-Szene mit Gottvater, Christus, Maria, Johannes und den beiden Anbetungsengeln ist überlebensgroß. Acht Marmorsäulen auf massiven Podesten tragen zwei Gebälkteile, die durch einen Triumphbogen verbunden werden, der das Tor vom Tod zum Leben symbolisiert. Die ganze Szene ist von Engeln umgeben.
Der Tabernakel in Form einer Weltkugel ist Fischers eigene Erfindung. Die Weltkugel aus Gold und Silber hat einen Durchmesser von zwei Metern. Der Globus bildet mit der Ewig-Licht-Ampel Kaiser Karls VI. eine symbolische Einheit. Die emaillierte Schlange erlaubt eine vielfache religiöse Deutung - von der Erbschuld bis zur Erhöhung der Schlange am Kreuz und letztlich bis zur Neuschöpfung des Lebens durch die Erlösung Christi.
Bei einer großen Silberablieferung für die Franzosenkriege wurden vier Statuen des Hochaltars eingeschmolzen und 1807 durch versilberte Holzstatuen ersetzt. Doch anlässlich der jüngsten Restaurierung wurden die beiden Modellengel der ursprünglichen Silberfiguren gefunden und am Altar aufgestellt.
Die Gewölbefresken der Ovalkuppel über dem Altar zeigen die Hauptpatrone der österreichisch-ungarischen Monarchie (Leopold, Joseph, Johannes von Nepomuk, König Stephan I. von Ungarn) und die vier Evangelisten, in der Mitte ist in Gold der Name Jesu (IHS = Jesus Gottessohn Retter) zu lesen.
Die bis 3. November gezeigte Sonderausstellung ist täglich während der Öffnungszeiten der Basilika von 7 bis 20 Uhr (außer während der Messe am Hauptaltar) zu besichtigen.