Emmausgemeinschaft St. Pölten 25 Jahre alt
St. Pölten, 11.8.06 (KAP) Die Emmausgemeinschaft St. Pölten will im kommenden Arbeitsjahr mehrere soziale und geistliche Akzente setzen und damit ihr 25-jähriges Bestehen begehen. Die Emmausgemeinschaft umfasst heute fünf Betriebe und sechs Wohnprojekte.
Am 1. August 1982 mietete eine Projektgruppe um den Theologen und Sozialarbeiter Karl Rottenschlager das Haus in der Herzogenburgerstraße 48 an, mit dem Ziel, Haftentlassenen Wohnung und Arbeit zu bieten. Aus der kleinen Gebetsgruppe wurde mittlerweile ein Freundes- und Förderkreis von 4.600 Spendern. Der "Verein zur Integration von sozial benachteiligten Personen" leitet heute fünf Betriebe und sechs Wohnprojekte für Männer, Frauen und Jugendliche.
"Die geistliche und materielle Gütergemeinschaft ist die Grundlage für unsere Arbeit", sagt Geschäftsführer Rottenschlager. Rund 3,3 Millionen Euro sind seit dem Gründungsjahr gespendet worden - von Freunden und Förderern, die konsequent geteilt haben. "Brotvermehrung heute", nennt das Rottenschlager.
Gleichzeitig dankt der Sozial-Pionier für die Großzügigkeit, durch die Investitionen wie der Ankauf von Gebäuden, Adaptierungen, etc. erst möglich wurden. Die öffentliche Hand subventioniert hingegen primär den laufenden Betrieb der Einrichtungen.
"In den vergangenen 24 Jahren hat uns Gott etwa 4.400 Hilfe suchende Menschen anvertaut", erzählt Rottenschlager. Für viele sei Emmaus lebensrettend gewesen. Für die Mehrzahl habe die Gebets-, Lebens- und Arbeitsgemeinschaft eine Neuorientierung oder einen Neubeginn gebracht. "Gute Gründe zu danken: Gott, dem Geber aller Gaben, aber auch allen, die im Netz von Emmaus mit gelebt und mitgearbeitet haben", sagt der Leiter der Gemeinschaft.
Die Zielgruppe jener, die bei Emmaus St. Pölten Zuflucht finden, ist heute längst nicht mehr nur auf Haftentlassene beschränkt. Sie umfasst auch obdachlose Männer, Frauen und Jugendliche, minderjährige Flüchtlinge, psychisch labile - am Arbeitsmarkt schwer vermittelbare - Personen sowie mental Beeinträchtigte, die lange am Rand der Gesellschaft lebten, weil sie dorthin gedrängt wurden. Auch "Emmaus Lilienfeld", "Emmaus Innsbruck" und die "SAMNÖ" (Sozialer Arbeitsmarkt-NÖ Beschäftigungs-GmbH) mit dem ersten St. Pöltner Sozialmarkt "SOMA" sind auf diesem Humus gewachsen. Informationen im Internet: www.emmaus.at.