Kardinal Ruini leitet Vatikan-Kommission für Medjugorje
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| St. Jakobus-Kirche, Medjugorje | |
Vatikanstadt-Sarajevo, 13.04.2010 (KAP) Die internationale Vatikan-Kommission zur Untersuchung des kirchlich nicht anerkannten Marienwallfahrtsortes Medjugorje hat ihre Arbeit aufgenommen. Das Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlichte am Dienstag die Namen der 17 Mitglieder. Die Kommission unter Vorsitz des früheren Kardinalvikars Camillo Ruini war vor Ostern zu ihrer ersten Sitzung in Rom zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Prüfung sollen vorest noch nicht die Marienerscheinungen stehen, von denen in Medjugorje berichtet wird, sondern das geistliche Leben und die seelsorgliche Begleitung der Pilger.
Dem Gremium aus Kardinälen, Bischöfen und Sachverständigen gehören unter anderen Erzbischof Angelo Amato, Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, und der frühere Präfekt der Missionskongregation, Kardinal Jozef Tomko, an. Weitere Mitglieder sind der Erzbischof von Zagreb, Kardinal Josip Bozanic, sowie der Präsident der Bischofskonferenz von Bosnien-Hercegovina, Kardinal Vinko Puljic. Prominent ist auch der französische Theologe, Arzt und Psychoanalytiker Msgr. Tony Anatrella. Die Ergebnisse des Gremiums sollen der Glaubenskongregation vorgelegt werden.
Bischof von Mostar nicht Mitglied der Kommission
Bemerkenswert ist, dass der amtierende Bischof von Mostar, Ratko Peric, nicht Mitglied der Kommission ist. Peric trat in den letzten Jahren immer als äußerst scharfer Kritiker des Medjugorje-Phänomens auf. In Medjugorje soll es ab dem 24. Juni 1981 zu Marienerscheinungen gekommen sein. Sechs Kinder berichteten damals, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie Schafe hüteten. Die Erscheinungen dauern nach Angaben der inzwischen erwachsenen Seherinnen und Seher Vicka Ivankovic, Mirijana Dragicevic, Marija Pavlovic, Ivan Dragicevic, Ivanka Ivankovic und Jakov Colo weiterhin an.
Die damalige Jugoslawische Bischofskonferenz äußerte sich 1991 in Leitlinien zurückhaltend zu diesem Phänomen. Es stehe nicht fest, dass die Vorgänge übernatürlicher Natur seien. Offizielle Wallfahrten nach Medjugorje seien daher nicht möglich. Zugleich wird jedoch die Notwendigkeit der seelsorgerischen Betreuung der Pilger unterstrichen. Die Römische Glaubenskongregation hat diese Leitlinien prinzipiell bestätigt.