15. April 1945: Nazis erschossen zwei Franziskaner
Die beiden Franziskanerpriester P. Angelus Steinwender und P. Kapistran Pieller wurden kurz vor Kriegsende am 15. April 1945 von der SS im Gefängnis Stein erschossen
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Die Franziskaner gedenken ihrer beiden NS-Märtyrer P. Angelus Steinwender und P. Kapistran Pieller. Die beiden Priester wurden am 15. April 1945 in den letzten Kriegstagen von den Nationalsozialisten im Gefängnis Stein/NÖ erschossen. Der Wiener Franziskanerpater Anton Bruck, der sich intensiv mit dem Schicksal von Pieller und Steinwender auseinandergesetzt hat, betont: „Es ist uns ein Anliegen, daran zu erinnern, dass viele Geistliche in der Nazi-Zeit mit ihrem Einsatz für Österreich, für Menschenwürde und für das Christentum ihr Leben gefährdeten.“
Der Leidensweg der beiden Patres
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P. Angelus Steinwender |
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Die Gestapo verhaftete am 6. Juli 1943 Provinzial P. Angelus im Wiener Kloster, am 23. August holten NS-Beamte den Eisenstädter Hausoberen P. Kapistran. Sie waren Mitglieder der NS-Widerstandsorganisation „Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreichs“ (AFÖ). Die Gruppe wollte laut dem Grazer Kirchenhistoriker Prof. Maximilian Liebmann „die Grundlagen des nationalsozialistischen Staates erschüttern und den Boden für die politische Neuordnung vorbereiten“.
Die Anklageschrift beschuldigte Steinwender, einem Kleriker für die Herstellung von Flugblättern Schreibmaschine und Vervielfältigungsapparat zur Verfügung gestellt zu haben. Pieller legte der Gestapo-Bericht zur Last, der AFÖ 150 Reichsmark und zwei Revolver überlassen zu haben. Außerdem soll er den Text für ein Flugblatt verfasst haben. Am 11. August 1944 wurden gegen 13 Aktivisten neben Zuchthausstrafen auch acht Todesurteile vom NS-Volksgerichthof gefällt. Man geht davon aus, dass die Bewegung von einem Spitzel verraten wurde. Gnadenbitten des Wiener Kardinals Theodor Innitzer blieben erfolglos.
Als sich der Frontverlauf immer mehr dem Wiener Stadtgebiet näherte, mussten die noch im Landesgericht Wien Inhaftierten am 5. April 1945 abends zu Fuß in Richtung Stein/Donau marschieren. Nach mühevollem Marsch trafen sie am 9. April 1945 im Zuchthaus Stein ein. Am 15. April 1945 ließ die SS die Gefangenenzellen im Zuchthaus Stein öffnen und schleppte je zwei Häftlinge in den Gefängnishof, wo sie erschossen wurden. Unter den Hunderten Getöteten waren die Priester Anton Granig, Steinwender und Pieller.
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P. Kapistran Pieller |
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Keine Hinweise auf Grab
Bereits im Sommer 1945 kam es zu einem Exhumierungsversuch durch eine behördliche Kommission, der scheiterte, „da der Verwesungsverlauf zu weit fortgeschritten war, dass es mit Rücksicht auf die Zivilbevölkerung (Seuchen-Epidemie) nicht durchführbar war“. Auch die Franziskanerpatres bemühten sich um die Leichen ihrer Mitbrüder vergeblich. Die sterblichen Überreste wurden auf dem Friedhof Stein beigesetzt. Heute gibt es bereits mehrere Gedenktafeln an Naziopfer, wo auch die Franziskanerpatres Steinwender und Pieller aufscheinen. Im Wiener Franziskanerkloster befindet sich ebenfalls ein Gedenkstein.
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