Enormes Wachstum des Christentums im Süden Afrikas
In den Ländern südlich von Afrika leben heute 70 Mal so viele Christenwie noch im Jahr 1900. Von damals sieben Millionen ist die Zahl der Christen auf rund 470 Millionen gestiegen
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Washington (KAP) Die Zahl der Christen und der Muslime in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara hat im 20. Jahrhundert stark zugenommen. Laut einer Studie des US-amerikanischen "Pew Research Center" leben heute 70 Mal so viele Christen in diesem Gebiet wie noch im Jahr 1900. Von damals sieben Millionen ist die Zahl der Christen auf aktuell rund 470 Millionen gestiegen. Das bedeutet, dass jeder Fünfte der deutlich über zwei Milliarden Christen in aller Welt heute im subsaharischen Afrika lebt.
Ebenfalls sehr deutlich, wenn auch nicht ganz so stark, ist der Zuwachs bei muslimischen Gläubigen in Subsahara-Afrika. Deren Zahl betrug vor 110 Jahren rund elf Millionen. Heute leben in den Ländern südlich der Sahara 234 Millionen Muslime. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent ist das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen dennoch ausgeglichen, weil Nordafrika hauptsächlich muslimisch ist.
Der Anteil der Angehörigen von traditionellen afrikanischen Religionen in der Bevölkerung von Subsahara-Afrika ist laut Pew-Studie seit 1900 von 76 Prozent auf 13 Prozent gesunken. Die Untersuchung, bei der 25.000 Afrikaner aus 19 Ländern befragt worden sind, belegt aber auch, dass Traditionen alter afrikanischer Religionen wie der Glaube an Reinkarnation, Ahnenopfer oder Geister im Leben vieler afrikanischer Christen und Muslime weiterhin eine Rolle spielen.
Insgesamt gehört die Region zu den religiösesten der Erde. In den meisten untersuchten Ländern hat Religion für neun von zehn Bewohnern eine sehr wichtige Bedeutung in ihrem Leben. Die meisten befragten Afrikaner befürworten Demokratie und Religionsfreiheit. Gleichzeitig gibt es in vielen Länden erhebliche Unterstützung für eine Staatsgewalt, die sich in ihrem Handeln auf die Bibel oder die islamische Scharia beruft.
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Laut der Untersuchung haben Christen und Muslime im Allgemeinen ein positives Bild voneinander. Nur wenige Befragte orten in ihren Ländern eine verbreitete Feindlichkeit gegenüber Muslimen oder Christen. In vielen Ländern gelten Gläubige der anderen Religion als ehrlich und tolerant. Viele gaben allerdings zu, relativ wenig über den jeweils anderen Glauben zu wissen.
Gleichzeitig zeigen die Befragungsergebnisse vor allem in Ländern mit ethnischen Konflikten auch bestehende Spannungen zwischen Christen und Muslimen. So halten etwa im Tschad 70 Prozent der Christen Muslime für gewalttätig. 58 Prozent der Befragten in Nigeria und Ruanda sehen in religiösen Konflikten eine große Bedrohung für ihr Land.
In fast allen Ländern bereiten extremistische religiöse Gruppen, auch aus der eigenen Religion, den Bewohnern Sorge. Auf alle Länder umgelegt, schätzen die Afrikaner trotzdem Arbeitslosigkeit, Verbrechen und Korruption als größere Probleme ein als religiöse Konflikte.
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