Papst zog Bilanz zu seiner Malta-Reise
"Wie der Völkerapostel durfte auch ich die herzliche Aufnahme seitens des maltesischen Volkes erfahren", sagte Benedikt XVI. bei Generalaudienz. Er sprach auch über Begegnung mit Missbrauchsopfern
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(Radio Vatikan) Etwa 30.000 Menschen haben an diesem Mittwoch an der Generalaudienz des Papstes teilgenommen – darunter tausend römische Schulkinder und mehrere hundert Priester aus dem Bistum Rom. Benedikt zog auf dem Petersplatz eine Bilanz seines Besuchs auf der Insel Malta am letzten Wochenende.
„Der Anlass meiner Apostolischen Reise war der 1.950. Jahrestag der Ankunft des heiligen Paulus auf dieser Insel. Wie der Völkerapostel durfte auch ich die herzliche Aufnahme seitens des maltesischen Volkes erfahren, wofür ich allen danke, und der begeisterte Empfang durch die Kinder und Jugendlichen hat mich besonders gefreut. Die Höhepunkte meiner Reise waren der Besuch der Grotte des heiligen Paulus bei Rabat, die Eucharistiefeier in Floriana und das Treffen mit den Jugendlichen in Valletta.“
Ein im ursprünglichen Programm nicht vorgesehener wichtiger Termin war außerdem das Treffen Benedikts mit einigen Opfern von sexuellem Missbrauch, abseits der TV-Kameras. „Ich habe ihr Leiden geteilt und habe tiefbewegt mit ihnen zusammen gebetet- wobei ich ihnen auch das Handeln der Kirche zugesichert habe“: Das sagte der Papst in seinem italienischen Redeteil an diesem Mittwoch. In seiner deutschen Ansprache erwähnte er die Begegnung hingegen nicht, sondern kam stattdessen auf Paulus zurück.
„Der Schiffbruch des heiligen Paulus vor der maltesischen Küste wurde nach dem geheimnisvollen Plan der göttlichen Vorsehung der Beginn einer großen Aussaat des Evangeliums auf diesen Inseln, die bis heute andauert. Seit damals ist die Geschichte des maltesischen Volkes untrennbar mit dem katholischen Glauben verbunden, der seine Kultur und seine Traditionen tief geprägt hat. Auch heute sind das Evangelium und die Lehre der Kirche die Richtschnur bei der Suche nach Antworten auf die aktuellen Herausforderungen. Davon sprechen die uneingeschränkte Achtung des ungeborenen Lebens und der Heiligkeit der Ehe in der Gesetzgebung des Landes.“
Malta ist das einzige EU-Land, in dem der Katholizismus immer noch Staatsreligion ist. Ehescheidung und Abtreibung sind laut Verfassung verboten.
„Der apostolische Geist des heiligen Paulus ist in der Kirche auf Malta und Gozo lebendig, von der viele Priester und Ordensleute als Missionare in die ganze Welt hinaus gezogen sind. Mit ihrem Einsatz machen sie deutlich, daß der Glaube durch die Weitergabe an andere stark wird.“
Und dann: Grüße des Papstes an die Pilger und Besucher aus dem deutschsprachigen Raum.
„Einen besonderen Gruß richte ich an die Teilnehmer und Unterstützer des Spendenstaffellaufs von Wittenberg nach Rom „Von Luther zum Papst“. Die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn hat das Leben des heiligen Paulus verwandelt, der auf Malta, hier in Rom und in vielen Ländern das Evangelium verkündet hat. Wie er wollen auch wir die Botschaft des Kreuzes und der Liebe Christi zu den Menschen bringen. Der Herr schenke euch die Kraft seines Heiligen Geistes“.
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