Papst besucht das Turiner Grabtuch
Das Turiner Grabtuch sei eine "Ikone" für das Leiden und die Auferstehung Christi, betonte er. Das Leinentuch stehe für die Verborgenheit Gottes am Karsamstag zwischen Kreuzigung und Auferstehung Jesu
Image (img2) invalid or missing |
|
Vor dem Besuch des Grabtuchs im Turiner Dom kam der Papst zu einem Treffens mit mehr als 10.000 Jugendlichen. Er rief die Jugend auf, nicht vor verbindlichen Lebensentscheidungen zurückzuschrecken. In der heutigen Zeit herrsche eine Mentalität vor, die auf Kurzfristigkeit achte, denn alles werde in dem Sinne betrachtet, dass es einem schnellen Wandel unterliege. Heranwachsende gewännen so häufig den Eindruck, dass endgültige Festlegungen nicht mehr möglich seien.
Benedikt XVI. warnte davor, die Freiheit falsch zu gebrauchen. Freiheit realisiere sich nicht im Erleben der flüchtigen Freuden des Augenblicks, sondern in verbindlichen und unwiderrufbaren Entscheidungen. Als Beispiele nannte er die Ehe, das Priestertum sowie das Ordensleben. Der Papst lud zudem zum Weltjugendtag 2011 vom 15. bis 21. August in Madrid ein.
Jugendliche hingegen hätten von Natur aus ein Gespür für die "wahrhafte Liebe", sagte Benedikt XVI. weiter. Es sei jedoch die vorherrschende individualistische Kultur, die tiefere zwischenmenschliche Beziehungen verhindere. Der Papst forderte auch zu einer regen Teilnahme am kirchlichen Leben und zu sozialem Engagement auf.
Meditation vor dem Grabtuch
Von der Jugendbegegnung auf der Piazza San Carlo fuhr der Papst zur Kathedrale, wo er vor dem Grabtuch eine Meditation hielt. Das Turiner Grabtuch sei eine "Ikone" für das Leiden und die Auferstehung Christi, betonte er. Das Leinentuch stehe für die Verborgenheit Gottes am Karsamstag zwischen Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Unter dem Eindruck von zwei Weltkriegen, Konzentrationslagern und Gulag sowie den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sei die Erfahrung der Verborgenheit Gottes heute von besonderer Aktualität, hob der Papst hervor. Dies gelte auch für die Gläubigen.
In das seit 1578 in Turin aufbewahrte Grabtuch mit dem Abbild eines Gekreuzigten soll der Tradition nach der Leichnam Jesu eingehüllt worden sein. Die Meditation vor dem Grabtuch im Turiner Dom war der Höhepunkt der eintägigen Papstreise in die norditalienische Stadt.
Benedikt XVI. kniete zunächst einige Minuten vor dem Leinen nieder. Das Grabtuch wird erstmals seit zehn Jahren wieder öffentliche gezeigt.
Der Papst hob in seiner Meditation hervor, dass das Grabtuch zugleich ein Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung sei. Dies sei der Grund, warum so viele Menschen die Ausstellung des Leinen besuchten. Die Blutspuren auf dem Leinen bezeugten nicht nur den Tod, sondern kündeten auch vom Leben und der Liebe Gottes.
Linktipp: