Papst feiert mit Hunderttausenden Messe in Fatima
Maria habe den Hirten in Fatima geholfen, ihr Herz für die allumfassende Liebe insbesondere zu Armen und Sündern zu öffnen, sagte Benedikt XVI. beim Gottesdienst im Marienwallfahrtsort
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Fatima, 13.05.2010 (KAP) Nach den Worten von Papst Benedikt XVI. ist die "prophetische Mission" von Fatima für eine brüderliche Liebe und gegen alle Egoismen nach wie vor aktuell. In seiner Predigt während einer Messe auf dem Gelände des Marienheiligtums in Fatima hob er hervor, dass der Mensch zwar imstande gewesen sei, einen Kreislauf von Tod und Terror zu entfesseln. Er sei jedoch nicht in der Lage, dieses Leid zu beenden. Maria habe den Hirten in Fatima hingegen geholfen, ihr Herz für die allumfassende Liebe insbesondere zu Armen und Sündern zu öffnen.
Nur durch eine solche geschwisterliche Liebe lasse sich eine Zivilisation der Liebe und des Friedens aufbauen, hob der Papst vor rund 300.000 Gläubigen hervor. Angesichts einer Menschheit, die bereit gewesen sei, ihre heiligsten Bindungen "auf dem Altar engherziger Egoismen" von Nationen, Rassen, Ideologien, Gruppen oder Einzelpersonen zu opfern, habe Maria den drei Hirtenkindern Trost und Hoffnung gespendet. Damals habe sich die Gottesmutter nur drei Menschen mitgeteilt. Das Leben dieser Hirtenkinder und die Botschaft der brüderlichen Liebe sei mittlerweile jedoch durch unzählige Gruppen über die ganze Welt als Vorbild verbreitet.
Benedikt XVI. rief zu "inneren Wachsamkeit" auf
Zugleich rief Papst Benedikt XVI. die Gläubigen zu einer "inneren Wachsamkeit" auf, die nicht allein auf äußere Zeichen der Gegenwart Gottes warte. Gläubige, die enttäuscht seien, weil sie selbst nicht Zeuge von Marienerscheinungen wurden, könnten möglicherweise mit einem neidvollen Blick auf die Erscheinungen der Hirtenkinder in Fatima schauen, sagte der Papst. Gott habe jedoch die Macht, sich den Menschen auch über die inneren Sinne mitzuteilen. Er befähige die Seele auch das sinnlich nicht Wahrnehmbare zu sehen, so der Papst. Voraussetzung hierfür sei eine "innere Wachsamkeit des Herzens". Diese werde oft durch die Bedrückungen des Alltags sowie eine von Sorgen und Eindrücken belastete Seele behindert.
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Der Papst wies zudem darauf hin, die Botschaft, die die Hirtenkinder von Fatima empfangen hätten, sei die gleiche, die allen Menschen durch Jesus Christus zuteilgeworden sei: Gottes Sohn ist Mensch geworden. Diese christliche Hoffnung habe ein reales Fundament, das auf einem historischen Ereignis gründe. Gleichzeitig überwinde es jedoch die Grenzen des rein Geschichtlichen.
Den Gottesdienst im portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima feierte Benedikt XVI. zum Jahrestag der Marienerscheinungen von 1917. Der Gottesdienst erinnerte zugleich an den 10. Jahrestag der Seligsprechung der beiden Seherkinder Giacinta und Francesco, denen die Gottesmutter Botschaften zu Buße und Umkehr überlassen hatte. Die Zeremonie war Höhepunkt der 15. Auslandsreise Benedikts XVI.
Begleitet von Mariengesängen wurde zu Beginn der Feier die Statue der Gottesmuter aus der Erscheinungskapelle durch die Menschenmenge auf dem Platz getragen. Soldaten der unterschiedlichen Waffengattungen und Angehörige von Bruderschaften trugen die Figur auf einer blumengeschmückten Plattform. In die Krone der 1,10 Meter hohen Figur war eine der Kugeln eingefügt worden, mit der Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 bei dem Attentat auf dem Petersplatz schwer verletzt worden war. Der polnische Papst, der seine wunderbare Rettung der Gottesmutter zuschrieb, hatte dem portugiesischen Heiligtum das Projektil bei einem seiner Besuche übergeben.
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