"Aktion Leben": Neue Kampagne für Schwangere in Not
An die Politik richtet "Aktion Leben" den Appell, endlich einen öffentlichen Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not einzurichten. Aktion rund um den "Tag des Lebens" am 1. Juni
Image (img2) invalid or missing |
|
Wien (KAP) Mit der Kampagne "Die Überraschung des Lebens" will die "Aktion Leben" für mehr Solidarität mit schwangeren Frauen in Not werben. Rund um den "Tag des Lebens" am 1. Juni werden in allen Bundesländern gegen einen Beitrag von fünf Euro kleine Überraschungs-Päckchen verteilt. Der Erlös geht an schwangere Frauen in einer Notsituation und ihre Familien. An die Politik richteten "Aktion Leben"-Präsidentin Gertraude Steindl und "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien den Appell, endlich einen öffentlichen Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not einzurichten.
"In unseren Beratungsstellen erfahren wir täglich, wie schnell Frauen in Not geraten können, wenn sie ein Kind erwarten", so Kronthaler. In einer solchen Situation sei es dringend notwendig, Frauen und Familien solidarisch beizustehen und ein politisches und gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Kinder willkommen sind.
Kritik: Hilfe hauptächliche von privaten Spendern
Steindl kritisierte, dass Hilfe für Frauen, die ihr Kind bekommen möchten, immer noch hauptsächlich von privaten Spendern finanziert wird. Das sei in einem reichen Land wie Österreich und einer Stadt wie Wien ein "Armutszeugnis". Ein öffentlicher Fonds nach dem Beispiel Deutschlands sei überfällig. Dort wurde bereits 1984 ein Fonds eingerichtet und jährlich mit 92 Millionen Euro dotiert, aus dem Unterstützungen ausbezahlt werde. Steindl forderte die Einrichtung eines solchen Fonds auch für Österreich und erinnerte in diesem Zusammenhang an die parlamentarische Bürgerinitiative der "Aktion Leben": Diese enthielt ebenfalls diese Forderung und wurde von 63.000 Personen unterzeichnet.
Das private Spendenvolumen für schwangere Frauen in Not beläuft sich laut Kronthaler und Steindl in Wien derzeit auf rund 350.000 Euro pro Jahr. Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt Wien in einem ersten Schritt diesen Betrag verdoppeln würde.
Bislang habe sich die Stadt allerdings nicht sehr kooperativ verhalten. Ganz im Gegenteil handle sie "besonders ignorant gegenüber der Notlage schwangerer Frauen", so Steindl, die vor allem an Frauenstadträtin Sandra Frauenberger Kritik übte. So habe diese ihr Versprechen an die Wienerinnen, über alle hilfreichen Einrichtungen zu informieren, nicht eingehalten. Die "Aktion Leben" werde im Ratgeber "Wien für Wienerinnen" nicht einmal erwähnt.
Auch Frauenberger werde von der "Aktion Leben" ein Überraschungspaket erhalten, kündigte Steindl an. Der nun allerdings nicht mehr geheime Inhalt: Eine saure Gurke - als Symbol für die derzeitige unbefriedigende Situation - und eine Tafel Schokolade - als Motivation für künftige Verbesserungen.
Zahlreiche Unterstützer
Die Kampagne "Die Überraschung des Lebens" wird von zahlreichen Firmen und prominenten Einzelpersonen wie ORF-Wetterlady Christa Kummer oder Slalomweltmeister Manfred Pranger unterstützt, die Sachspenden für die Päckchen zur Verfügung stellten.
In der Beratungsstelle der "Aktion Leben" in Wien wurden 2009 mehr als 2.600 Beratungsgespräche geführt und durch mehr als 1.000 Interventionen von Beraterinnen konnte Frauen zu ihrem Recht verholfen werden. Weiters wurden 150 nicht versicherte Frauen betreut und 500 Mal Sachspenden wie Babywäsche oder Kinderwägen ausgegeben.
Linktipps: