Papst spricht Christen im Nahen Osten Mut zu
Papst Benedikt beendete seinen Besuch auf Zypern. Er hofft auf Versöhnung auf der geteilten Insel. Aufruf an die zypriotischen Katholiken, Vertrauen zwischen Christen und Nichtchristen zu schaffen
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Larnaka (KAP) Papst Benedikt XVI. hat vor seinem Rückflug von Larnaka auf Zypern nach Rom am Sonntagnachmittag noch einmal die jüngsten Spannungen im Nahen Osten in Erinnerung gerufen. Das östliche Mittelmeer sei ein reiches Mosaik von Völkern und Kulturen und durch Schönheit, Herzlichkeit der Menschen und Menschlichkeit ausgezeichnet. Allerdings sei diese Region auch "mit Konflikten und Blutvergießen gut vertraut, wie wir in den letzen Tagen auf tragische Weise erlebt haben". Der Papst äußerte sich bei der Verabschiedung auf dem internationalen Flughafen von Larnaka.
Wenige Stunden zuvor hatte Benedikt XVI. im Sportpalast von Nikosia die Weltgemeinschaft zu verstärkten Anstrengungen für den Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Die anhaltenden Spannungen in der Region, insbesondere im Heiligen Land, müssten gelöst werden, bevor es zu noch größerem Blutvergießen komme, sagte er.
Vor der Verabschiedung in Larnaka besuchte der Papst die maronitische Kathedrale von Nikosia. Begleitet wurde er vom Oberhaupt der mit Rom unierten maronitischen Kirche, Patriarch Kardinal Nasrallah Boutros Sfeir, der seinen Sitz im libanesischen Bkerke hat, sowie vom maronitischen Erzbischof von Zypern, Joseph Soueif.
In seiner Ansprache hob Benedikt XVI. die Einheit aller Christen hervor. Die christliche Spiritualität an verschiedenen Orten und in verschiedenen Sprachen, die sich in einer "bewundernswerten Vielfalt" von Liturgien äußere, sei letztlich Ausdruck der einen Stimme Gottes. Zugleich versicherte Benedikt XVI. die Maroniten seiner geistlichen Verbundenheit. Er äußerte die Hoffnung, dass ihr reiches geistliches Erbe bewahrt werde. Auf Zypern leben rund 3.500 Maroniten.
Auf seiner am Freitag begonnenen dreitägigen Zypernreise hatte der Papst den Christen im Nahen Osten wiederholt Mut zugesprochen. Er rief die Minderheits-Angehörigen auf, trotz der Schwierigkeiten in ihren Heimatländern zu bleiben und damit ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung zu setzen. Zugleich forderte er mehr Hilfe für die bedrängten Christen in der Region.
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Die Mauer, die den Norden und Süden trennt |
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Die zypriotischen Katholiken der verschiedenen Riten forderte Benedikt XVI. auf, Vertrauen zwischen Christen und Nichtchristen zu schaffen. Sie sollten so für Frieden über religiöse, politische und kulturelle Grenzen hinweg sorgen.
An die Bevölkerungsgruppen der geteilten Insel appellierte der Papst zur Versöhnung. In einer Rede vor Diplomaten und staatlichen zur Autoritäten mahnte er grundsätzlich zu einer stärkeren Ausrichtung der Politik an ethischen Werten.
Die 16. Auslandsreise führte ausschließlich in den südlichen Teil der seit 1974 geteilten Insel. Die "Türkische Republik Nordzypern" ist international nicht anerkannt.
Hoffnung auf Versöhnung der geteilten Insel
In seiner Ansprache bei der Verabschiedung auf dem Flughafen von Larnaka äußerte Benedikt XVI. die Hoffung auf Versöhnung der geteilten Insel Zypern. Er hoffe aufrichtig, dass die hier lebenden Menschen beider Gruppen zum "Sauerteig für Frieden und Versöhnung" und einem Vorbild für andere Länder werde. Er habe von der Apostolischen Nuntiatur in Nikosia aus, die in der Pufferzone der Vereinten Nationen liege, persönliche Eindrücke von der "traurigen Teilung" des Landes gewonnen. Es müsse noch viel zur Überwindung der weiterhin bestehenden Spaltungen getan werden, auch wenn in den vergangenen Jahren durch einen "substanziellen Dialog" schon viel erreicht worden sei.
Zugleich erinnerte Benedikt XVI. an die schwierige Situation für Christen und das christliche Erbe im Nordteil Zypern. Er habe einiges über den "Verlust eines wesentlichen Teiles des kulturellen Erbes gelernt", das der ganzen Menschheit gehöre. Auch von Gesprächen mit Bewohnern aus dem nördlichen Teil der Insel sei er "tief beeindruckt" gewesen. Diese hätten von ihren Wunsch nach einer friedlichen Rückkehr in ihre Häuser und zu ihren Kultstätten berichtet.
Präsident Dimitris Christofias dankte dem Papst für seine "beständige Unterstützung" in den Bemühungen für eine Wiedervereinigung des Landes. Der Papst habe "kraftvolle und klare Worte" gefunden. Benedikt XVI. habe zudem "Sensibilität für die fortwährende Zerstörung unseres kulturellen und religiösen Erbes in den von der türkischen Armee besetzten Gebieten", gezeigt.
Der Präsident hob hervor, dass ihn mit dem Papst die Vision einer friedlicheren, freieren und gerechteren Welt ohne Hunger verbinde. zugleich kündigte er eine engere Zusammenarbeit der Republik Zypern und dem Heiligen Stuhl an. Dies gelte insbesondere für die Entwicklungshilfe.