40 Millionen Menschen sind auf der Flucht
Auf ihr Schicksal hat die Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) anlässlich des Weltflüchtlingstages aufmerksam gemacht: "Wer flieht, hat einen Grund dazu"
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Heinz Hödl |
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Wien (KAP) Auf das Schicksal von mehr als 40 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung sind, hat die Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) aufmerksam gemacht. Anlässlich des Weltflüchtlingstages (20. Juni) hat KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl im "Kathpress"-Gespräch von einer "unerträglichen Situation" gesprochen, vor der niemand die Augen verschließen dürfe. Wer flieht, hat guten Grund dazu, betonte Hödl und nannte als Ursachen "Krieg, Hunger, Verfolgung, Naturkatastrophen oder tödliche Armut".
Der KOO-Geschäftsführer verwies u. a. darauf, dass auf der Suche nach einer besseren Zukunft in Europa Tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken würden, das längst zum "Massengrab" geworden sei. Krieg und Terror würden Millionen in die Flucht treiben und in manchen Teilen der Welt seien Menschen nur deshalb der Verfolgung ausgesetzt, weil sie Christen sind.
Hödl appellierte an die politischen Verantwortungsträger in Österreich, aber auch an die gesamte Bevölkerung, das Schicksal dieser Menschen nicht zu ignorieren und auch für eine entsprechende Aufnahme und Betreuung zu sorgen. Hödl wörtlich: "Flucht ist eine große Not, ein Drama vor unseren Augen, eine Anfrage an alle."
Mit den vielfältigen Aspekten des weltweiten Flüchtlingsdramas beschäftigt sich auch die "Fachtagung Weltkirche" im oberösterreichischen Stift Lambach von 23. bis 24. Juli. Die Veranstaltung steht unter dem Thema "Flucht. Dimensionen eines Dramas". Asyl und Hilfe für Flüchtlinge in Not seien zur vordringlichen Christenpflicht geworden, heißt es von Seiten der Veranstalter. Es stelle sich allerdings die Frage, wie dies geschehen könne "in einem politischen Klima, das Asylwerber vor allem als Bedrohung wahrnimmt und nur das Sinken ihrer Anzahl als Erfolg wertet".
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Hauptreferenten der Tagung sind Elias Bierdel, Sr. Petra Bigge und Erzbischof Raphael Cheenath. Letzterer gehört den Steyler-Missionaren an und ist seit 1985 Erzbischof von Cuttack-Bhubaneswar in Orissa/Indien. 2007 und 2008 war er mit massiven Christenverfolgungen in seiner Erzdiözese konfrontiert. Hunderte Gläubige wurden getötet, Tausende verprügelt, rund 50.000 vertrieben; christliche Schulen und Heime sowie etwa 60 Kirchen wurden zerstört.
Elias Bierdel erhielt im Jänner 2010 den Ute Bock-Preis für Zivilcourage. Er ist seit 2007 im Vorstand der von ihm mitbegründeten Organisation "borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen" und seit 2010 Mitarbeiter im Österreichischen Friedenszentrum Burg Schlaining.
Die Steyler-Missionsschwester Petra Bigge war von 1996 bis 2001 in Brasilien und von 2006 bis 2009 im Süd-Sudan im Missionseinsatz. Sie ist Mitarbeiterin des "Jesuit Refugee Service Sudan".
Die "Fachtagung Weltkirche" ist eine Veranstaltung der männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften Österreichs in Zusammenarbeit mit der KOO, Jugend Eine Welt, Salesianer Don Boscos, Steyler Missionare und Steyler Missionsschwestern, Jesuitenmission, Dreikönigsaktion, Caritas und der MIVA. Sie ist steht allen Interessierten offen.
Linktipps:
» www.fachtagung-weltkirche.at
» Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO)