Ordensgemeinschaften planen missionarische Initiativen
Wien, 6.9.06 (KAP) Die Wiener Ordensgemeinschaften planen missionarische Initiativen für die Bundeshauptstadt. Den Auftakt bildet das "Abendgebet für die Stadt", das seit Montag am Abend jeden Wochentags um 21 Uhr in der Michaelerkirche in der Inneren Stadt stattfindet. Für nächstes Jahr sind eine "Gesprächsinsel" sowie "Stadtteil-Missionen" geplant.
Zum "Abendgebet für die Stadt" sagte P. Erhard Rauch, Generalsekretär der Österreichischen Superiorenkonferenz, im Gespräch mit "Kathpress", es sei eine "gute christliche Tradition, den Abend mit einem Gebet zu beschließen". Elemente des kurzen Gottesdienstes sind Gebet, Musik, Stille und Fürbitte. Bis 22 Uhr können die Gläubigen in St. Michael bleiben, die Ordensleute stehen für Gespräche bereit. Jede Woche wird von einem anderen Orden gestaltet, dabei kommt auch die jeweilige Spiritualität zum Tragen. Bis Weihnachten sei die Michaelerkirche Ort des "Abendgebets für Wien", dann könne man die Kirche auch wechseln, so P. Rauch.
Die geplante "Gesprächsinsel" soll täglich von Ordensleuten, Pfarrern oder Laien besetzt sein und abseits des Beichtstuhls ein Seelsorgeangebot werden. Alle künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen eine Qualifikation für geistliche Begleitung, Gesprächsführung, Beratung, Therapie oder adäquate Erfahrungen nachweisen.
Seit 20 Jahren gäbe es derartige Bemühungen, jetzt würden es die Orden in die Hand nehmen, so Redemptoristen-Provinzial P. Lorenz Voith. Ort des neuen Seelsorgemodells soll die Innere Stadt sein. Drei Standorte sind im Gespräch. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Wien und mit der Österreichischen Superiorenkonferenz verwirklicht werden.
Die Planung für die "Stadtteil-Mission" der Ordensgemeinschaften ist ebenfalls im Laufen. Hier sollen Dekanate und Pfarren eng eingebunden werden. Die Mission soll "längerfristig" und "nachhaltig" sein, so P. Voith. Man denke an rund drei Monate. Vorbild ist die "Große Stadtmission", wie sie bisher in Wien, Paris und Lissabon verwirklicht wurde; heuer ist Brüssel an der Reihe, im nächsten Jahr wird es Budapest sein.
Ordensmänner und -frauen aus verschiedenen Gemeinschaften werden sich an der "Stadtteil-Mission" beteiligen. Möglich seien Schulbesuche, Begegnungen mit der Jugend, Besuche in Gasthäusern oder Kontakte auf öffentlichen Plätzen. Die Kirche suche den Dialog mit den Menschen, betonte P. Voith. Es sei erfreulich, dass es genügend junge Ordensleute in Wien gibt, "die bereit sind, mitzumachen". Demnächst startet die konkrete Planungsphase. Auch an einer Art "Passantenpastoral" für die Wiener Innenstadt wird gearbeitet.
P. Rauch verwies im "Kathpress"-Gespräch auch auf die im vergangenen Frühjahr mit großem Erfolg durchgeführte Plakataktion der Männerorden. Zwei Monate waren in Wien und Umgebung 800 Großplakate zu sehen, deren Botschaften Neugierde für die katholischen Ordensgemeinschaften wecken sollten. Mit Sprüchen wie "Wer ist Madonna? Richtige Antwort in jeder Kirche" wurde auf Klischees und vorgefertigte Meinungen über Kirchliches Bezug genommen. Die Reaktionen seien "gewaltig", so P. Rauch. Eine weitere Plakatoffensive sei geplant. Unter www.herrgottnocheinmal.at können die Plakatsujets im Internet besichtigt und herunter geladen werden.