Küberl: Soziale Ungleichheiten in der Schule ausgleichen
Wien, 7.9.06 (KAP) Einen Appell, sich an die "Riesen-Aufgabe" des Ausgleichs sozialer Ungleichheiten im Schulsystem heranzuwagen, hat der österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl am Donnerstag an alle Verantwortlichen in Politik und Schule gerichtet. Anlass dafür war eine Pressekonferenz in Wien über den "Philips-Schülerfonds" der Caritas, durch den Kinder sozial bedürftiger Eltern ein Startpaket zum Schulbeginn erhalten.
Wie der österreichische Caritas-Präsident sagte, bildeten Armut und mangelnde Bildung eine "entsetzliche Allianz". Denn während 90 Prozent der Akademikerkinder maturieren, besuchten 63 Prozent der Zwölfjährigen, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, die Hauptschule. Damit benachteiligte Kinder aus den vorgezeichneten Bahnen ausbrechen können, forderte Küberl ein Gratis-Vorschuljahr und die Verbesserung des schulischen Förderunterrichts, der nicht in Form von teuren Nachhilfestunden "privatisiert" werden dürfe.
Um die Allianz von finanzieller Not und Bildungsarmut aufzubrechen, forderte Küberl aber auch Maßnahmen zur Armutsbekämpfung wie etwa eine bedarfsgerechte Existenzsicherung und die Schaffung leistbaren Wohnraums. Es gelte, die hartnäckige Armutsspirale zu stoppen und benachteiligte Erwachsene und Kinder mit auf die "Bildungsreise" zu nehmen. Bildung sei "das effizienteste Ausstiegsszenario" aus der Armut, weil sie die Jobchancen und berufliche Perspektiven massiv verbessere.
Schülerfonds half 5.000 Kindern
Bei der Pressekonferenz wurde auf den "Philips Schülerfonds" verwiesen, der vor drei Jahren von "Philips"-Austria und der Caritas ins Leben gerufen worden war. Seither flossen mehr als 485.00 Euro in den Fonds, sodaß rund 5.000 Kindern mit Geld für Schulmaterial, Kleidung, Nachhilfestunden, Zuschüssen zu Schulskikursen usw. geholfen werden konnte. "Allein im abgelaufenen Schuljahr konnten aus dem 'Philips'-Schülerfonds der Caritas mehr als 2.300 Kinder unterstützt werden", berichtete der Generaldirektor von "Philips"- Austria, Peter Kamm. "Philips" stelle auch heuer - wie jedes Jahr - 70.000 Euro für den Fonds zur Verfügung. Zusätzliche Mittel kämen aus diversen Aktionen der Tageszeitung "Kurier", durch die Einbindung der "Philips"-Mitarbeiter sowie durch Geschäftspartner und weitere Unternehmen. Auch die Firma "Texas Instruments" engagiert sich heuer erstmals für den Philips-Schülerfonds der Caritas und stellt 500 wissenschaftliche Taschenrechner sowie 130 Grafik- und CAS-Rechner für Oberstufenschüler zur Verfügung.
Hilfe aus dem "Philips"-Schülerfonds der Caritas gibt es über die Sozialberatungsstellen der Caritas in ganz Österreich.