9/11: Kardinal Schönborn ruft zum Miteinander auf
Wien, 11.9.06 (KAP) "Das Ringen um Frieden und um die Überwindung des Terrors erfordert jetzt noch mehr das Miteinander aller Menschen guten Willens in allen Weltteilen": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn anlässlich des 5. Jahrestages der Attentate des 11. September 2001 in einer Stellungnahme für "News". Ohne Zweifel bedeute der 11. September einen tiefen Einschnitt, "den manche schon mit dem Attentat auf Franz Ferdinand in Sarajevo verglichen haben". Mit Macht und Gewalt allein werde man den Frieden nicht sichern können, stellte der Wiener Erzbischof fest: "Was wir brauchen, ist Vernunft, Menschlichkeit und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen bis hin zum gegenseitigen Vergeben". Er sehe keinen anderen Weg in eine positive Zukunft.
Kardinal Schönborn erinnerte daran, dass am 11. September 2001 im Stephansdom der Trauergottesdienst für Altbundeskanzler Josef Klaus angesetzt war: "Als die schrecklichen Nachrichten aus den USA kamen, war es selbstverständlich, dass dieser Gottesdienst in das Zeichen des Gedenkens an die Terroropfer gestellt wurde. Das Geschehen hatte so unvorstellbare Dimensionen, dass nur das stille Gebet für die Opfer, deren Angehörige, aber auch für die vom Hass verblendeten Täter angebracht erschien". Im Anschluss an das stille Gebet habe dann die Pummerin eine Minute lang zum Gedenken der Terroropfer geläutet.