Schulbrüder bekräftigen erneut Bereitschaft zur Aufklärung
Nach Anzeige durch diözesane Kommission wegen Gewaltvorwürfen in Bad Goisern ermitteln Behörden seit einigen Wochen
Wien, 20.07.2010 (KAP) Die Schülbrüder haben erneut ihre Bereitschaft zu lückenloser Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen bekräftigt. Im Blick auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wels gegen den Standort der Schulbrüder in Bad Goisern, die am Montag in Medien thematisiert wurden, erklärte Provinzial Br. Johann Gassner am Dienstag gegenüber "Kathpress": "Wir sind daran interessiert, dass alles aufgeklärt wird, wir wollen die Wahrheit ans Licht bringen."
Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt wegen Gewaltvorwürfen aus den Jahren 1968 bis 1985 in fünf Fällen gegen drei Erzieher und drei Schulbrüder. Die Ermittlungen waren ins Laufen gekommen, nachdem die "Kommission gegen Missbrauch und Gewalt" der Diözese Linz aktiv geworden war. Sie hatte vor einigen Wochen einen Rechtsanwalt mit Sachverhaltsdarstellungen an die Behörden beauftragt, nachdem bei der Ombudsstelle der Diözese Meldungen von Betroffenen eingegangen waren.
Zwei der Schulbrüder, die im Verdacht stehen, seien bereits verstorben, so Gassner. Der dritte - er ist mittlerweile 80 Jahre alt - sei nicht mehr in der Schule tätig.
Eine erste Anzeige gegen die Kongregation der Brüder der Christlichen Schulen ("Schulbrüder") hatte die von Waltraud Klasnic geleitete Unabhängige Opferschutzanwaltschaft Anfang Juli eingebracht. Dabei ging es um Missbrauchsvorwürfe gegen den Standort in Wien-Strebersdorf. Schon damals hatte die Kongregation ihre Bereitschaft zur Aufklärung bekundet.