UN-Flüchtlingshilfswerk besorgt um Iraks Christen
"Die Christen werden systematisch attackiert - wie andere Minderheiten auch", sagte der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks in Jordanien. Die gezielte Verfolgung könnten nur die Iraker beenden
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Berlin, 20.08.2010 (KAP) Ein führender Vertreter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) befürchtet angesichts anhaltender Verfolgung ein Ende der christlichen Gemeinden im Irak. "Die Christen werden systematisch attackiert - wie andere Minderheiten auch", sagte der Chef des UNHCR in Jordanien, Imran Riza, in einem Interview des Berliner "Tagesspiegel" (Freitag). Die Vereinten Nationen seien aber weitgehend machtlos. Zugleich warf er den EU-Staaten vor, Zusagen nicht einzuhalten.
Die gezielte Verfolgung könnten nur die irakische Führung und das irakische Volk beenden, erläuterte Riza. Die Regierung sei die Regierung aller Iraker. Manche hegten aber bereits den Verdacht, man wolle die Sunniten und Christen eliminieren. Der UNHCR-Vertreter mahnte, es sei die Aufgabe der Regierung in Bagdad, diesem Eindruck entgegenzutreten. Er erinnerte daran, dass die irakischen Gemeinden zu den ältesten christlichen Gemeinden überhaupt gehören.
Nach Angaben Rizas schätzt das UNHCR die Zahl der geflohenen Iraker allein in Jordanien auf 450.000. Die meisten Flüchtlinge glaubten nicht, dass sie eines Tages wieder sicher im Irak leben können. Sowohl Jordanien als auch Syrien trügen bei der Versorgung der Flüchtlinge "nach wie vor eine enorme Last".
Riza sagte weiter, Europa habe Ende 2008 insgesamt 10.000 Plätze für Flüchtlinge versprochen: "Aber davon sind wir immer noch deutlich entfernt." Bisher hätten europäische Länder lediglich 7.000 Menschen aufgenommen. Die EU-Innenminister hatten Ende 2008 beschlossen, bis zu 10.000 irakische Flüchtlinge aus Syrien und Jordanien aufzunehmen, 2.500 von ihnen sollten nach Deutschland kommen. Diese Zielmarke wurde im April erreicht. Einige EU-Staaten haben ihre selbstgesetzten Vorgaben zum Teil deutlich verfehlt.
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