Ein "Leben mit Hoffnungskindern"
Wien, 20.9.06 (KAP) "Die zweite Meile. Ein Leben mit Hoffnungskindern" heißt das neue Buch von Jesuitenpater Georg Sporschill, das einen sehr persönlichen Einblick in 15 Jahre Arbeit und Leben mit den Straßenkindern von Rumänien gibt. Das Buch berichtet vom "Wunder", dass arme, verwahrloste Kinder zu starken und selbstbewussten Menschen heranreiften. Es sei ein sehr optimistisches Buch, so P. Sporschill. Besonders wichtig wären ihm jene Geschichten der Kinder, die sie selbst erzählten. Den Optimismus den die Kinder ausstrahlen, wolle er auch den "Wohlstandskindern" schenken. "Die Straßenkinder können den Wohlstandskindern Hoffnung geben, denn wenn sie es schaffen, alle Herausforderungen zu meistern und wenn sie fröhlich sind und andere glücklich machen, dann müssen es doch die Kinder in Österreich noch viel mehr können", so P. Sporschill im Gespräch mit "Kathpress".
Sporschills Buch, erschienen im Ueberreuter-Verlag, war vergangene Woche in Wien präsentiert worden. Der Jesuitenpater plädierte dabei für eine noch intensivere Zusammenarbeit von Europäischer Union und Osteuropa. Schon bisher habe sich durch Initiativen der EU auch für die Straßenkinder vieles zum Besseren gewandelt. Die Menschen bräuchten vor allem Arbeit, "damit die Eltern ihre Kinder ernähren können, und irgendwann einmal wird es dann auch keine Straßenkinder mehr geben".
1991 ging Sporschill im Auftrag der Caritas mit drei ehrenamtlichen Mitarbeitern nach Bukarest, um jene Projekte zu entwickeln, die ihn zum "Engel der Straßenkinder" werden ließen. Hunderte von Kindern holte er von den Straßen der rumänischen Hauptstadt und bot ihnen in den Kinderhäusern der von ihm begründeten Stiftung "Concordia" die Chance auf eine bessere Zukunft. Neben Bukarest ist die Erdölmetropole Ploesti zum zweiten Zentrum der Aktivitäten von "Concordia" in Rumänien geworden. Seit 2004 ist Sporschill auch in Moldawien aktiv.
Sporschill wurde für sein humanitäres Engagement vielfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt er Anfang September von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Diese Ehrung gebühre allen Menschen, die ihn unterstützen, und vor allem den Kindern, die am meisten bewältigen und leisten müssen, so Sporschill dazu. Schüssel ist seit zwölf Jahren Schirmherr seines Projektes.
Im Rahmen der Buchpräsentation im Wiener Amerlinghaus wurde auch der 60. Geburtstag des Jesuitenpaters, den er bereits Ende Juli beging, "nachgefeiert". Viele Freunde und Unterstützer, unter ihnen Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und die ehemalige Vizekanzlerin und nunmehrige Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess-Passer, waren zugegen.