Wien: "Tag des Dialogs" am Freitag auf dem Josefsplatz
Wien, 21.9.06 (KAP) Für Freitag, 22. September, laden die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und die Plattform Christen und Muslime zu einem "Tag des Dialogs" ein. Zwischen 15 und 17 Uhr bietet eine Veranstaltung am Wiener Josefsplatz Gelegenheit für interreligiöse Gespräche. Prominente muslimische und christliche Vertreter haben ihr Kommen bereits zugesagt: der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Anas Schakfeh, der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl (er ist in der Bischofskonferenz für den Bereich Weltreligionen zuständig), der evangelische Superintendent Hansjörg Lein, der Integrationsbeauftragte der IGGiÖ, Omar Al Rawi, die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs, Luitgard Derschmidt, sowie der Wiener Dompfarrer Anton Faber.
Von Seiten der Plattform Christen und Muslime werden u.a. Peter Pawlowsky, Paul Schulmeister, die evangelische Theologin Susanne Heine und IGGiÖ-Pressesprecherin Amina Baghajati anwesend sein.
Den Veranstaltern ist es ein besonderes Anliegen, den oft geforderten Dialog an der Basis zu fördern. "Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen sich angesichts des Wahlkampfs Sorgen um das Klima im Land machen, soll gezeigt werden, wie das direkte, vernünftige aufeinander Zugehen Menschen zusammen anstatt auseinander bringt", heißt es dazu wörtlich in einer Presseaussendung am Donnerstag. Das moderierte Gespräch am Podium soll immer wieder auch die anwesenden Interessierten direkt einbeziehen. Daneben sollen von verschiedenen Vereinen betreute Tische zu vertiefenden Diskussionen anregen.
Vorarlberg: Interreligiöses "Gespräch für den Frieden"
Zu einem "Gespräch für den Frieden" trafen in Vorarlberg bereits am Donnerstag, dem UNO-Weltfriedenstag, auf Einladung der katholischen Kirche Repräsentanten der Muslime und der Diözese Feldkirch zusammen. Zu den Teilnehmern gehörten der türkische Generalkonsul Aydin Nurhan, Abdi Tasdögen, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde Bregenz, Mustafa Pacali, Koordinator der Türkisch-Islamischem Union für kulturelle und soziale Angelegenheiten (ATIB), und Attila Dincer, Generalsekretär der Türkischen Plattform Vorarlberg. Von kirchlicher Seite nahmen Diözesanbischof Elmar Fischer, Generalvikar Benno Elbs, Pastoralamtsleiter Walter Schmolly und die Islambeauftragte der Diözese, Elisabeth Dörler, teil.
"Im Sinne der Rede von Papst Benedikt XVI.", so Generalvikar Benno Elbs, sei es "wichtig, eine im Frühling dieses Jahres gemeinsam formulierte Erklärung zu bekräftigen, in der sich die islamischen Glaubensvertreter in Vorarlberg gemeinsam mit uns für einen friedvollen Dialog in gegenseitigem Respekt ausgesprochen haben". Die im April veröffentlichte Erklärung sprach sich neben der Pflege des Dialogs für die Ablehnung jeglicher Gewalt und den Schutz religiöser Stätten aus. "Wir werden uns aus aktuellem Anlass über den Text des Papstes austauschen", so Elbs. Zudem werde man eine Situationsanalyse über die Auswirkungen in Vorarlberg vornehmen. Besonders wichtig erscheine ihm dieser intensive, weiter andauernde Dialog. "Und vielleicht gelingt es uns, gemeinsam durch ein 'Gespräch für den Frieden' in Vorarlberg ein positives Zeichen zu setzen."
Die vom April stammende gemeinsame Erklärung hatte folgenden Wortlaut: "Alle Unterzeichner stehen für ein friedvolles, vom Dialog geprägtes Miteinander ein. Jede Form von Gewalt, sei es verbal oder in Aktionen ausgedrückt, ist in aller Deutlichkeit abzulehnen. Der Respekt vor allen Religionsgemeinschaften und die Heiligkeit der Glaubensstätten muss gewahrt bleiben. Die Unterzeichner sehen deshalb ihren Auftrag darin, in ihrem jeweiligen Wirkungskreis gerade auch der jungen Generation diesen Respekt vor anderen Glaubensgemeinschaften und Kulturen zu vermitteln."