Bischöfe berichten in Brüssel über Christenverfolgung
Experten weisen auf zunehmende Verfolgung der Christen in mehreren Erdteilen hin. Neben staatlichen Einschränkungen gebe es auch sozial bedingte Feindseligkeiten zwischen den religiösen Gruppen
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Brüssel, 05.10.2010 (KAP) Experten und Repräsentanten christlicher Kirchen haben am Dienstag im Europaparlament in Brüssel eine zunehmende Verfolgung von Christen in mehreren Erdteilen beklagt. Die Redner aus Nahost, dem Sudan, den USA und Europa äußerten sich bei einer von den Fraktionen der Christdemokraten und der Konservativen im Europaparlament sowie der EU-Bischofskommission ComECE gemeinsam organisierten Veranstaltung.
Der irakische Erzbischof Louis Sako (Kirkuk) sagte, es bestehe die Gefahr, dass das Christentum in seinem Heimatland ausgelöscht werde. Nötig sei deshalb nicht nur Unterstützung für die verbleibenden Christen, sondern vor allem auch eine klare politische Vision, um den Irak zu Versöhnung, Menschenrechten und friedlicher Koexistenz zu bringen. An die internationale Gemeinschaft appellierte Sako, dafür die Verantwortung zu übernehmen.
Auch der südsudanesische Bischof Edward Hiiboro Kussala klagte über Verfolgungen und Übergriffe gegen Christen in seinem Land. Jüngste Äußerungen von Verantwortlichen deuteten darauf hin, dass die Lage der Christen im Norden sich noch zuspitzen werde, wenn der Süden sich beim bevorstehenden Referendum für unabhängig erkläre. Bereits jetzt lebten Christen in Sorge vor Übergriffen, und es herrsche ein Klima der Angst, so der Bischof von Tombura-Yambio.
Für das Hilfswerk "Kirche in Not" sagte Berthold Pelster, zwar habe es in den vergangenen Jahren weltweit einen Rückgang religionsfeindlicher politischer Ideologien gegeben. Gleichzeitig hätten sich aber fanatisch-intolerante Strömungen innerhalb der Religionsgemeinschaften ausgebreitet. Dies gelte etwa für einige islamische Länder, aber auch für Indien. Auch in China fänden sich die Religionsgemeinschaften unter strenger Kontrolle.
Brian J. Grim vom Washingtoner "Pew Forum on Religion and Public Life" erklärte, zwar habe nur eine Minderheit der Staaten weltweit strenge Einschränkungen für Religionsgemeinschaften. In ihnen lebe aber eine große Mehrheit der Weltbevölkerung. Neben staatlichen Einschränkungen für Religionsgemeinschaften gebe es auch zahlreiche Länder mit sozial bedingten Feindseligkeiten zwischen den religiösen Gruppen.
Nehme man beide Faktoren zusammen, seien Iran, Ägypten, Saudi-Arabien, Indonesien, Pakistan, Afghanistan und Indien die Staaten mit den größten Problemen bei der Religionsfreiheit, so Grim.
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