Küng: Keine Patente auf menschliche Stammzellen
St. Pölten, 26.9.06 (KAP) In einem Brief an die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes in München hat "Familien-Bischof" Klaus Küng eindringlich um Klarstellung ersucht, dass auf menschliche Embryonen sowie auf die daraus gewonnenen Stammzellen keine Patente erteilt werden können. Bischof Küng verwies in dem Schreiben auf Informationen, wonach das Europäische Patentamt in den nächsten Wochen über eine Patentanmeldung auf Stammzellen zu entscheiden habe, die zu kommerziellen Zwecken aus menschlichen Embryonen entnommen werden sollen. Dies verstoße gegen "elementare und grundlegende ethische Normen allgemeiner Gültigkeit", betonte der St. Pöltner Bischof. Ebenso stehe dies auch im Widerspruch zum Patentierungs- und Verwertungsverbot menschlichen Lebens, menschlicher Keimzellen und Embryonen.
Es sei "von größter Bedeutung", diesbezüglich klare Grenzen zu ziehen, betonte Bischof Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für bioethische Fragen zuständig ist. Weder Forschungsinteressen noch wirtschaftliche Vorteile dürften über die Würde des menschlichen Lebens gestellt werden, sonst laufe man Gefahr, "in längst überwunden geglaubte" Haltungen zurückzufallen.