Unterstützung für wohnungslose Frauen mit Kindern
Wien, 27.9.06 (KAP) Mit den Problemen von Alleinerzieherinnen in Mutter-Kind-Häusern hat sich am Mittwoch eine Enquete der Arbeitsgemeinschaft der privaten Mutter-Kind-Einrichtungen der Stadt Wien beschäftigt. Ziel sei es, den Frauen und ihren minderjährigen Kindern mehr als nur ein Dach über dem Kopf zu bieten und ihnen individuell und behutsam auf dem Weg zurück in ein geregeltes Leben zu helfen, so der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Wohnungslosigkeit, Gewalterfahrungen, psychische Krisen und Krankheiten, Überschuldung sowie massive Benachteiligung von Frauen mit minderjährigen Kindern am Arbeitsmarkt seien einige der großen Probleme, mit denen die Bewohnerinnen der Mutter-Kind-Einrichtungen zu kämpfen hätten. Dazu komme die oft traumatisierende Wirkung von Wohnungslosigkeit auf die Kinder. Oft verblieben Frauen dann in Zweckgemeinschaften mit Männern, um mit ihren Kindern nicht auf der Straße zu landen.
Die Arbeitsgemeinschaft will Lösungsansätze finden, um dieser versteckten Form der Wohnungslosigkeit besser zu begegnen. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind das Haus Immanuel (Caritas Wien), Gemeinsam leben (Kolping Österreich), das Wohnheim für Mutter und Kind der Caritas Socialis, die Häuser Flurschützstraße und Arbeitergasse (Verein Rat und Hilfe) und das Haus Sarepta (Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser).
Bedarf für Mutter-Kind-Plätze gibt es genug, wie Sr. Susanne Krendelsberger von der Caritas Socialis berichtete: :Leider könne nur jede zehnte Frau aufgenommen werden. Durchschnittlich würden die Mütter ein bis zwei Jahre in den Wohneinrichtungen leben, insgesamt seien es in den privaten Einrichtungen in Wien etwa 90 Frauen und 130 Kinder. Rund die Hälfte der Frauen sind Migrantinnen.
"Zum Sozialamt zu gehen ist kein Schmarotzertum, sondern ein Menschenrecht", betonte Rosa Loger von der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie. Sie kritisierte die Tendenz, "dass immer mehr Frauen von staatlichen Hilfsleistungen ausgeschlossen werden". Der Druck von NGOs auf staatliche Institutionen könne hier aber hilfreich sein, so Loger. Als Beispiel erwähnt sie, dass Gewalt außerhalb und innerhalb derFamilie vor dem Gericht nun gleich behandelt wird. Bei Kindern seien die traumatischen Erlebnisse oft sehr komplex. "Das bedarf hoher Anforderungen an die Helfer", so Gertrude Bogyi, psychotherapeutische Leiterin des Ambulatoriums für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen.