Papst betont christliche Wurzeln Europas
Die Kirche wolle Europa und der ganzen Welt die Botschaft von Gott und von der Würde des Menschen bringen, sagte Benedikt XVI. bei Gottesdienst in Santiago de Compostela
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Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch in Spanien die christlichen Wurzeln Europas bekräftigt. Die Kirche wolle Europa und der ganzen Welt die Botschaft von Gott und von der Würde des Menschen bringen, sagte er am Samstagnachmittag bei einer Messe im Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Der Papst warnte davor, Gott und den christlichen Glauben aus der Öffentlichkeit zu verdrängen und in die Privatsphäre zu verbannen. Zugleich rief er zu Solidarität, Nächstenliebe und zur Achtung der Menschenwürde auf. Man könne Gott nicht verehren, ohne den Menschen als sein Geschöpf zu beschützen, und man könne dem Menschen nicht dienen, ohne nach seinem Schöpfer zu fragen, betonte das Kirchenoberhaupt.Madrid (KAP)
Europa müsse sich Gott öffnen und für die Würde des Menschen arbeiten, forderte Benedikt XVI. vor mehreren Zehntausend Gläubigen in der galicischen Pilgerstadt. "Das Europa der Wissenschaft und Technologien, das Europa der Zivilisation und Kultur muss zugleich ein Europa sein, dass offen ist für die Transzendenz wie auch für die Brüderlichkeit mit den anderen Kontinenten", sagte der Papst auf der Plaza del Obradoiro. Gott sei kein Gegenspieler des Menschen und auch nicht der Feind seiner Freiheit. Er beneide oder verachte den Menschen nicht; vielmehr sei Gott der Ursprung des Menschen und "das Fundament wie der Gipfel seiner Freiheit". Daher dürfe der Name Gottes nie verdreht, nie für fremde Zwecke missbraucht und nie achtlos ausgesprochen werden. Zugleich rief Benedikt XVI. zu Respekt gegenüber dem Kreuz auf. Es sei ein Zeichen von Gottes Liebe und Vergebung und zugleich "unser Leitstern in der Nacht der Zeit".
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Kathedrale von Santiago de Compostela |
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Unmittelbar nach seiner Ankunft in Spanien hatte Benedikt XVI. um die Mittagszeit die Kathedrale von Santiago de Compostela besucht und am Grab des Apostels Jakobus gebetet. Zum internationalen Jakobus-Jahr komme er "als Pilger unter Pilgern", gemeinsam mit vielen, die hier ihren von den Aposteln verkündeten christlichen Glauben stärken wollten, erinnerte der Papst bei der Messe. Zum christlichen Glauben gehöre die Hilfe und der Dienst für die Mitmenschen untrennbar hinzu. Dieser Dienst sei "nicht eine bloße Option, sondern wesentlicher Teil des eigenen Seins". Es sei ein Dienst, der sich nicht nach weltlichen Kriterien bewerten und materiell messen lasse. Wo jedoch Solidarität und Nächstenliebe fehlten, dort entstünden "Formen von Anmaßung und Ausnutzung, die einer echten ganzheitlichen Entwicklung des Menschen keinen Raum lassen".
Direkt nach der Messe wollte Benedikt XVI. nach Barcelona, der zweiten Station seiner Spanienreise, weiterreisen. Die Ankunft in der katalonischen Hauptstadt wurde für 21 Uhr erwartet.
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