Katholische Verbände protestieren gegen EU-Kalender
In dem Kalender werden die Festtage verschiedener Religionen eingetragen - nicht jedoch christliche. Die Katholischen Verbände Österreichs schrieben an EU-Kommissionspräsident Barroso
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EU-Kommissionspräsident Barroso |
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Wien (KAP) Die Diskussion um den aktuellen EU-Schülerkalender geht in eine weitere Runde: So erhält EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in diesen Tagen Post von den katholischen Verbänden Österreichs. Darin kritisiert der Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände Österreichs (AKV), Josef Zemanek, es als "grobe Nachlässigkeit", wenn "aus Versehen" gerade die in der europäischen Kultur zutiefst verankerten christlichen Fest- und Feiertage nicht berücksichtigt worden sein sollten. In dem "Kathpress" vorliegenden Schreiben warnt der AKV-Präsident auch davor, dass durch ein derartiges "Fehlverhalten" die Glaubwürdigkeit und Reputation der Europäischen Union untergraben werden könnte.
Es sei grundsätzlich begrüßenswert, dass die EU-Kommission mit einem Schülerkalender bei der Jugend Interesse für die Europäische Union zu wecken will, hält Zemanek fest. Gleichzeitig verweist er auf den in Österreich bereits seit Jahren erfolgreich vertriebenen interreligiösen Schülerkalender, durch den der Dialog zwischen den diversen Bekenntnissen gerade bei der Jugend gefördert werde. "An diesem Beispiel hätten sich auch die Verantwortlichen der Europäischen Union orientieren sollen", so Zemanek.
In dem Brief erinnert Zemanek daran, dass das Recht auf Religionsfreiheit die EU-Instanzen "nicht bloß zur duldenden Nichtverhinderung der Ausübung einer Religion" verpflichte. Als Komponente des kulturellen Selbstverständnisses einer sehr großen Zahl von Europäern ginge es auch um eine "angemessene aktive Respektierung" durch die EU. Und schließlich müssten alle offiziellen Religionsgemeinschaften gleich behandelt werden, mahnt der AKV-Präsident: "Warum gerade die christlichen Gemeinschaften in diesem Fall grob benachteiligt wurden, ist auch unter dem Aspekt der Menschenrechte weder verständlich, noch akzeptabel."
Für die Erstellung des Schülerkalenders ist der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, zuständig. Dieser hat sich in einem Schreiben an die katholischen Bischofskonferenzen des EU-Raumes (ComECE) bereits für die Fehler bei der Erstellung des EU-Schülerkalenders entschuldigt und angekündigt, die Ursachen dafür aufzuklären.