200-Jahr-Jubiläum des Linzer Priesterseminars
Linz, 10.10.06 (KAP) Das Priesterseminar der Diözese Linz besteht seit 200 Jahren. Aus diesem Anlass findet am 25. Oktober ein Symposion unter dem Titel "Du aber geh und verkünde das Reich Gottes" statt, bei dem vor allem das Thema der Zusammenarbeit von Priestern und Laien in der heutigen Seelsorge thematisiert werden soll. Eröffnet wird das Symposion um 9.30 Uhr von Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Referenten sind u.a. Regens Andreas Tapken (Münster), Prof. Leo Karrer (Marly) und Prof. Hubertus Halbfas (Drolshagen). Den Festgottesdienst um 18 Uhr in der Ursulinenkirche zelebriert der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser. Das Symposion findet im Festsaal des Priesterseminars in der Harrachstraße statt. Als Veranstalter zeichnen das Priesterseminar, die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz, das Religionspädagogische Institut und das Institut für Pastorale Fortbildung.
Die Gründung des Linzer Priesterseminars erfolgte in spätjosephinischer Zeit. Kaiser Joseph II. hatte verfügt, dass alle Priesterkandidaten in seinen Staaten (mit Ausnahme von Belgien und der Lombardei) in einem Generalseminar in Wien oder Prag auszubilden seien. Dieses Modell - das totale staatliche Kontrolle der Priesterausbildung garantieren sollte - bewährte sich aber nicht und hielt nur von 1783 bis 1794. Der zweite Linzer Bischof, Joseph Anton Gall, war zwar als Josephiner ein Anhänger des Generalseminars, erkannte aber nach dessen Scheitern die Notwendigkeit, ein diözesanes Priesterseminar zu gründen. Zu diesem Zweck erwarb er die ehemalige Deutschordenskommende samt Kirche an der heutigen Harrachstraße und eröffnete hier im Jahr 1806 das Priesterseminar. Der theologische Studienbetrieb blieb allerdings bis 1850 unter staatlicher Aufsicht im Garstner Stiftshaus am Pfarrplatz, wurde dann dem Bischof unterstellt und 1853 in das Priesterseminar verlegt.
Erst im Jahr 1988 erfolgte wieder die Trennung von theologischem Lehrbetrieb und Priesterseminar. Nachdem Anfang der siebziger Jahre auch viele Laien das Theologiestudium aufgenommen hatten, war die Zahl der Hörer an der Katholisch-Theologischen Hochschule so angestiegen, dass ein neues Fakultätsgebäude an der Bethlehemstraße errichtet wurde.