Katholischer Familienverband stellt Bildungsprogramm vor
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KFÖ-Generalsekretärin Elisabeth Grabner, KFÖ-Präsident Clemens Steindl, Mechtild Lang, Vorsitzende Verband Wien Sieglinde Guserl, Leiterin KFÖ-Arbeitskreis Schule |
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Wien (KAP) Mit einem umfassenden Reformpapier schaltet sich der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) in die laufende Debatte um Bildungsreformen ein. Das Konzept mit dem Titel "Bildung JETZT!" verstehe sich als "Grundsatzpapier", das "Visionen, aber auch konkrete Forderungen" zur Bildungspolitik enthält, so Familienverbandspräsident Clemens Steindl bei der Präsentation des Papiers am Dienstag in Wien. Das Konzept umfasst Strukturfragen ebenso wie Schulorganisation, Personalfragen und die Kooperation mit Eltern als "Bildungspartner".
Bei allen Reformen müsse das Ziel die "bestmögliche Bildung für das Kind" sein, so Steindl. Dabei sei die Autonomie der Eltern unbedingt zu beachten. Eltern seien als "Bildungspartner" zu begreifen, die auf allen Ebenen in die Schulkarriere ihrer Kinder einbezogen werden müssten.
Konkret spricht sich der KFÖ für eine Beibehaltung eines differenzierten Schulsystems aus, da nur dies die beste Förderung individueller Begabungen ermögliche. Notwendig sei jedoch eine Verbesserung der "Nahtstellen" zwischen den einzelnen Schulformen, um die soziale Durchlässigkeit zu erhöhen, so die Vorsitzende des Wiener Familienverbandes, Mechtild Lang.
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Ganztagesangebote und Matura-Reform
Im Blick auf den Schulversuch der "Neuen Mittelschule" unterstrich Lang, dass der prinzipielle Weg - d.h. die Intensivierung der Schülerbetreuung, die bessere Ausstattung der Schulen etc. - der richtige sei, die gewählte Form allerdings dem nicht genüge. "Es genügt nicht, die Schüler einfach in eine Klasse zu packen, das allein ist noch kein pädagogisches Konzept", so Lang.
Im Blick auf das Personal und die Lehrenden spricht sich das KFÖ-Papier für eine Verbesserung der Lehrerbildung und der Weiterbildung auf universitärem Niveau aus. Außerdem sollten die Schulen im Bereich der Personalpolitik eine Teilautonomie bekommen. Ausgebaut werden sollten auch die Ganztagesangebote an den Schulen - stets jedoch unter Wahrung der Elternautonomie, mahnte Lang. Neben den regulären Unterricht müssten sportliche und musische Zusatzangebote treten sowie eine Hausaufgabenbetreuung.
Schließlich plädiert der KFÖ für eine Reform der Matura. Um die Reifeprüfung "auf europäisches Niveau zu heben", brauche es einheitliche verpflichtende Bildungsstandards, so Lang. Derzeit seien die Abschlüsse - wenn auch auf dem Papier gleichlautend - oftmals sehr unterschiedlich in der Qualität.
Scharfe Kritik an "Ökonomisierung"
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"Der Zeitpunkt für eine umfassende Schulreform ist günstig", so Steindl, "da viele Menschen das Parteien-Hickhack satt haben". Aus diesem Grund bedürfe es eines Neudenkens von Bildung. Kritik formulierte Steindl an einer nur mehr auf "Ökonomisierung" und "Verwertung" ausgerichteten Bildungspolitik, die sich einem "PISA-Diktat" unterwerfe. Dies habe mit einem umfassenden Bildungsideal nichts mehr zu tun.
In diesem Kontext erneuerte Steindl auch seine Kritik am "Bildungsvolksbegehren" von Hannes Androsch. Auch wenn das Begehren die "Chance zu einem Aufbruch" biete, so unterstütze der Familienverband das Anliegen dennoch nicht, da seine parteipolitische Unabhängigkeit nicht gewahrt sei, es "vernebelnde Formulierungen" enthalte und vor allem einer "weiteren Ökonomisierung und Instrumentalisierung von Bildung Tür und Tor öffnet", so Steindl.
Linktipps:
» Katholischer Familienverband Österreichs