Pfarrgemeinden noch stärker "familienorientiert"
Wien, 13.10.06 (KAP) Die bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März 2007 sollten als Chance für den Aufbau und die Förderung "familienorientierter Pfarrgemeinden" in der nächsten Funktionsperiode gesehen werden. Dies wurde bei der Vollversammlung der Familienkommission der Österreichischen Bischofskonferenz betont, die unter dem Vorsitz von "Familien-Bischof" Klaus Küng in Wien getagt hat. Alle Vollzüge der Gemeinde (Verkündigung, Liturgie, Caritas) sollten in besonderer Weise auf die Situation von Ehe und Familie heute eingehen und sich daran ausrichten. Den Familien seien Anregungen und Hilfestellungen zur christlichen Lebensgestaltung zu vermitteln. Ein besonders wichtiges Thema sei "die Motivierung der Jugend zur Gründung und Entfaltung christlicher Familien".
Die Familienkommission sprach sich dafür aus, dass bei den Pfarrgemeinderatswahlen in allen österreichischen Diözesen das Familien-Stimmrecht praktiziert wird, das den Eltern zusätzliche Stimmrechte für ihre Kinder gibt. In einigen Diözesen ist diese Form des Stimmrechts bereits seit längerem üblich. Ein solches "Wahlrecht", das die kinderreiche Familie besonders berücksichtigt, könne auch ein Modell für den politischen Bereich sein, wurde bei der Vollversammlung der Familienkommission unterstrichen.
Bei den Pfarrgemeinderatswahlen sollten Kandidatinnen und Kandidaten gewonnen werden, denen die Familie ein wichtiges Anliegen ist. In jedem Pfarrgemeinderat müsse es einen Ausschuss oder wenigstens einen Referenten geben, der mit der Sorge um Ehe und Familie betraut ist. Die Familienkommission will für diese Ausschüsse und Referenten entsprechende Materialien entwickeln. Nach wie vor geschehe - "bei allem wertvollen Einsatz, der auch in Familienbewegungen und -verbänden geleistet wird" - die umfangreichste Familienpastoral in und durch die Pfarrgemeinden. Darauf habe zuletzt auch Papst Benedikt XVI. beim Weltfamilientreffen in Valencia hingewiesen.
Die Familienkommission der Bischofskonferenz plant, das von der Europäischen Union für 2007 proklamierte "Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle" durch eigene Initiativen zu begleiten, um "manchen einseitigen Trends entgegen zu wirken". U.a. ist Ende November ein internationaler Workshop in Wien vorgesehen.