Wien: Neuer Rektor für Afro-Asiatisches Institut
Wien, 17.10.06 (KAP) Der aus Indonesien stammende Steyler Pater Markus Solo wurde von Kardinal Christoph Schönborn zum neuen Rektor des Afro-Asiatischen Instituts (AAI) in Wien ernannt. P. Solo folgt damit Konstantin Spiegelfeld nach, der seit September als Pfarrer in St. Johann Nepomuk in Wien-Leopoldstadt tätig ist. Der neue Rektor des Afro-Asiatischen Instituts, das 1959 von Kardinal Franz König als "Haus des Dialogs der Kulturen und Religionen" gegründet wurde, ist Islamexperte. In einer ersten Stellungnahme betonte P. Solo, dass es in der heutigen Zeit eine besondere Herausforderung sei, das AAI als "Haus des Dialogs" zu führen: "In einer Welt, die durch Globalisierung immer kleiner wird, ist der Dialog und das Kennenlernen der Religionen und Kulturen für das Verständnis der Menschen untereinander unerlässlich. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wachsen die Gräben zwischen Kulturen und Religionen. Hier wollen wir mit unseren Mitteln entsprechend gegensteuern".
Auf Grund seiner Herkunft aus einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft sieht P. Solo den Dialog der Religionen und Kulturen als lebenslange Herausforderung: "Wir suchen in den Unterschieden das Gemeinsame, das uns verbindet. Die meisten Menschen aller Religionen sehnen sich nach Frieden".
P. Markus Solo wurde 1968 in Indonesien geboren. 1988 trat er in den Orden der Steyler Missionare ein. 1992 kam er nach Österreich, um hier an der Theologischen Hochschule der Steyler Missionare in Mödling-St. Gabriel sein Theologiestudium zu beenden. Am 3. Mai 1997 wurde P. Solo von Bischof Johann Weber in St. Gabriel zum Priester geweiht. Während der folgenden Kaplansjahre in Salzburg und Tirol absolvierte er sein Doktoratsstudium in Fundamentaltheologie an der Universität Innsbruck. 2002 begann Solo in Kairo das Studium der Arabistik und Islamologie, das er in den folgenden beiden Jahren am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom fortsetzte. 2005 kam P. Solo zurück nach Wien, wo er in den vergangenen Monaten als Kaplan in der Pfarre "Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit" in Favoriten tätig war. Seit Anfang 2006 arbeitet er auch gemeinsam mit Pfarrer Martin Rupprecht am Aufbau des Dialogs mit der islamischen Bevölkerung in der Erzdiözese Wien.
Brückenschlag zwischen Kulturen
Das Afro-Asiatische Institut in Wien wurde 1959 von Kardinal Franz König als "entwicklungspolitisches Bildungshaus" und "Haus des Dialogs der Kulturen und Religionen" gegründet. Als Ort des interkulturellen und interreligiösen Dialogs in Wien tritt das AAI seither für die Überwindung von Vorurteilen und für das Miteinander der Menschen ein. Es ist ein "Haus der Religionen", in dem katholische Kapelle, Moschee und Hindutempel ihren Platz haben, und bietet so Gelegenheit, die eigene religiöse Überzeugung zu leben, zu reflektieren und in den interreligiösen Dialog einzubringen.
Eine führende Rolle nimmt das AAI auch in der Förderung von Migranteninitiativen, aber ebenso in der Studienförderung ein. Im AAI-Studentenheim - es ist derzeit wegen Renovierung geschlossen, die Wiedereröffnung ist für das Studienjahr 2007/2008 vorgesehen - finden normalerweise rund 70 Studierende aus 40 Nationen eine "Heimat auf Zeit". Mit einem Stipendienprogramm werden 65 Stipendiaten aus Afrika und Asien gefördert. Sie erhalten studienbegleitende Bildung und werden in das Bildungsprogramm des Hauses auch als Referenten aktiv eingebunden. Die Studienprogramme des Afro-Asiatischen Instituts ermöglichen den Studenten in Österreich eine Ausbildung, mit der sie in ihrer Heimat aktiv an der Verbesserung der Lebensbedingungen mitwirken können. (Informationen: Internet: www.aai-wien.at).