Pastoralkommission erinnert Politiker an "Themenliste"
Wien, 19.10.06 (KAP) Die Pastoralkommission Österreichs (PKÖ) hat die im Hinblick auf die Regierungsbildung die Politiker an eine Liste von Themen erinnert, die "zum Wohl der Menschen im Land aufgegriffen und gelöst werden müssen". Insbesondere geht es der Pastoralkommission - einer offiziellen Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz - um die Bereiche Lebensschutz, Migration, Bildung. Zugleich stellt sich die Pastoralkommission hinter die Anliegen der Caritas bei den Themen Existenzsicherung, Pflege und Integration.
In Sachen Lebensschutz fordert die Pastoralkommission, dass die seit langem versprochenen "flankierenden Maßnahmen" zur Fristenregelung verwirklicht werden. Die Familienförderung sollte verstärkt werden, "nicht nur durch finanzielle Maßnahmen". Der geltende Parteienkonsens zum Thema Sterbebegleitung sei beizubehalten.
Im Bereich Migration treten die Mitglieder der Pastoralkommission dafür ein, dass Menschen, die legal nach Österreich kommen, Recht auf Arbeit, Bildung und Familienleben haben müssen, ohne bürokratischen Hindernissen ausgesetzt zu sein. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen sei eine Politik notwendig, die "auf der Grundlage der Anerkennung der Menschenrechte den Umgang mit 'Fremden' aktiv fördert". Dies würde sich positiv auf die gesellschaftliche Atmosphäre und das Zusammenleben im Alltag auswirken.
Im Bereich Bildung wird festgehalten, dass Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf und Kinder ausländischer Herkunft besonders gefördert werden müssen, um ihre Zukunftsaussichten zu verbessern. Die "geltenden Regulative" zwischen Kirche und Staat in den Bereichen Religionsunterricht und theologische Fakultäten seien beizubehalten.
Verstärkte Maßnahmen wünscht sich die Pastoralkommission gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Auch einige Rahmenbedingungen im sozialen Bereich sollten im Sinn der Anliegen der Caritas weiter entwickelt werden, etwa die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden und die Einführung einer Sozialverträglichkeitsprüfung bei Gesetzesvorhaben. In Bezug auf die internationale Verantwortung Österreichs sei es wünschenswert, dass der längst verkündete Regierungsbeschluss umgesetzt wird, 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden.
Die Pastoralkommission Österreichs befasst sich mit pastoral relevanten Entwicklungen in Österreich. In diesem Sinn würden auch gesellschaftlich aktuelle Fragen behandelt, die für das Engagement der katholischen Kirche von wesentlicher Bedeutung sind: "Es geht um Rahmenbedingungen der Seelsorge". Die Pastoralkommission Österreichs setzt sich aus Verantwortlichen aus verschiedenen Bereichen der Pastoral in ganz Österreich zusammen. Vorsitzender der Kommission ist der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz.