"Aktion Leben": gegen Embryonenkommerzialisierung
Lebensschutzorganisation legte beim Europäischen Patentamt Beschwerde gegen Patentantrag auf embryonale Stammzellen ein
Wien, 20.10.06 (KAP) Im Europäischen Patentamt liegt unter der Aktennummer EP 0770125 der Antrag auf ein Patent auf embryonale Stammzellen vor. Dahinter stehe ganz klar die Absicht, menschliche Embryonen kommerziell zu verwerten, bedauerte die "Aktion Leben"-Österreich am Freitag. Die "Aktion Leben" hat gegen dieses "Patent auf menschliches Leben" bei der Großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts Beschwerde eingelegt.
"Das Verbot der totalen Instrumentalisierung menschlichen Lebens ist ein Grundpfeiler der Menschenrechte. Es schützt vor Sklaverei, Menschenhandel, der Ausbeutung von Menschen als Organlieferanten. Wer menschliches Leben nicht schützt - und zwar in allen Phasen seiner Existenz - stellt dieses Verbot grundsätzlich in Frage", so "Aktion Leben"-Generalsekretärin Gertraude Steindl zur Frage, warum ihre Organisation jetzt rechtliche Schritte eingeleitet hat.
"Patente auf embryonale Stammzellen dürfen prinzipiell nicht zugelassen werden," so Gertraude Steindl weiter: "Erfindungen, die mittelbar oder unmittelbar die Vernichtung menschlicher Embryonen bedingen, verstoßen eindeutig gegen die guten Sitten und sind nicht patentierfähig".
Die Bioetechnik mache immer wieder ethisches Nachdenken notwendig, betonte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Das könne nicht nur in Expertengremien vor sich gehen, die oft von sehr handfesten Interessen bestimmt werden. Auch die Wissenschaftler hätten ein Recht auf klare Vorgaben, "wie weit sie gehen dürfen und welche Forschungen außerhalb des sittlich Gebotenen liegen".
Die "Aktion Leben" gebe daher zur Bioethik verschiedenste Materialien heraus: Broschüren, den regelmäßig erscheinenden "info-dienst bio-ethik" sowie diverse Unterrichtsmaterialien. Ergänzt wird das Angebot der "Aktion Leben" durch Vortragsveranstaltungen und Workshops. Es sei das Ziel der "Aktion Leben", dass sich jeder informieren und eine Meinung bilden kann.