"Hoffnungskinder" im Stift Klosterneuburg
Wien, 20.10.06 (KAP) Der österreichische Jesuit P. Georg Sporschill hat mit 20 rumänischen "Hoffnungskindern" aus der "Stadt der Kinder" im rumänischen Ploiesti das Stift Klosterneuburg besucht. Wie P. Sporschill während eines Benefizabends zu Gunsten seiner Projekte in Rumänien, Moldawien und der Ukraine am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress" betonte, wolle er mit diesem Besuch in erster Linie dem Stift Klosterneuburg danken, das seine Projekte seit dem Jahr 2000 mit jährlich 225.000 Euro unterstütze.
Im Dezember werde man im ukrainischen Schitomyr eine neues "Concordia"-Kinderheim eröffnen können, berichtete P. Sporschill. Erst vor kurzem war eine Delegation des Stiftes Klosterneuburg unter Führung von Generalabt Bernhard Backovsky in Schitomyr. Die enge Kooperation des Stiftes mit der Initiative "Concordia" werfe "einen Glanz auf Klosterneuburg", so P. Sporschill.
Eines der "Hoffnungskinder", die P. Sporschill begleitet hatten, ist der 18-jährige Cristian. "Ich lebe seit 12 Jahren in der 'Concordia'-Familie", erzählte er in fließendem Deutsch. Gemeinsam mit seinem Bruder sei er damals von seiner Familie weggelaufen, da sein alkoholkranker Vater die beiden Brüder geschlagen habe: "Fünf Tage haben wir dann auf dem Bahnhof in Bukarest verbracht, bevor wir zu 'Concordia' gekommen sind". P. Sporschill äußerte die Hoffnung, "dass eines Tages einer dieser jungen Menschen 'Concordia' übernehmen wird".
Die Armutsfrage dürfe man nicht auf die Frage materieller Armut beschränken "- nicht in Rumänien und nicht in Österreich", so P. Sporschill. Er stelle vielmehr bei zahlreichen "Wohlstandskindern" eine "seelische Armut" und einen "Verlust des geistigen Hungers" fest. Straßenkinder hingegen wären im Blick auf diese "geistige Armut" häufig "besser dran", weil sie "Biss haben und den unbedingten Willen, etwas aus ihrem Leben zu machen".