"72 Stunden ohne Kompromiss" startet am 25. Oktober
Wien, 23.10.06 (KAP) Unter dem Motto "72 Stunden ohne Kompromiss" sind rund 3.500 Jugendliche vom 25. bis 28. Oktober österreichweit in 350 Sozial-Projekten im Einsatz. Von der Sanierung eines Kinderspielplatzes, der Organisation eines Seniorenevents bis zur behindertengerechten Umgestaltung einer Kirche reicht die Palette der Projekte. Organisiert wird die bundesweite Aktion von der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ) in Zusammenarbeit mit der Caritas und dem Radiosender "Ö 3".
"Wir zeigen, dass wir aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitwirken möchten und soziales Engagement Abenteuer sein kann und Spaß macht", so KJÖ-Vorsitzender Stefan Wurm bei der Präsentation des Projekts am Montag in Wien. Ziel der Verantwortlichen sei es, mit den "72 Stunden ohne Kompromiss" Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Jugendlichen ermöglichen, ihre Bereitschaft zur Solidarität konkret umzusetzen.
Eine jeweils 10- bis 15-köpfige Gruppe von Jugendlichen erhält zu Beginn der Aktion die Beschreibung einer Aufgabe, die in den kommenden 72 Stunden durchgeführt werden soll. Am Ende der drei Tage soll das Projekt völlig abgeschlossen sein. Im Vorarlberger Nenzing soll etwa der Innenhof des Caritas-Flüchtlingsheims freundlicher gestaltet werden, im Seniorenheim Schloss Hall in Oberösterreich wird der Eingangsbereich neu gestaltet und ein "Einweihungsfest" für jung und alt veranstaltet. In Wien werden einige Jugendliche in das Projekt "Canisibus" eingebunden, der täglich an acht Plätzen Suppe für Obdachlose anbietet. Die Jugendlichen sollen in den drei Tagen das Projekt in der Öffentlichkeit besser bekannt machen. Im niederösterreichischen Hollabrunn werden Jugendliche den jüdischen Friedhof renovieren. Von den insgesamt 350 Projekten werden 260 von der KJÖ verantwortet, 90 von der "youngCaritas".
Jugendliche Hoffnungsträger
"Jugend-Bischof" Franz Lackner und Caritas-Präsident Franz Küberl zeigten sich bei der Projektpräsentation in der Jugendkirche Wien sichtlich angetan. Die beteiligten Jugendlichen seien ein Hoffnungsträger sowohl für das Land als auch für die Kirche, so Bischof Lackner. Das Projekt würde die Sehnsüchte sehr vieler Jugendlicher berühren, "die im Geiste der Nächstenliebe etwas für andere Menschen tun wollen". Caritas-Präsident Küberl sagte wörtlich: "Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich freiwillig für andere einsetzen. Sie machen damit die Gesellschaft menschlicher und das Leben lebenswerter. In den 72 Stunden, aber auch jeden Tag"."
Übereinstimmend wiesen Küberl und Lackner darauf hin, dass die jungen Menschen mit ihrem Engagement auch eine Kernbotschaft von Papst Benedikt XVI. aus seiner Antrittsenzyklika "Deus Caritas est" erfüllen. Lackner: "Auf eine ganz einfache und doch nachhaltige Weise zeigt sich hier, dass Liebe eine soziale Dimension hat". Küberl fügte hinzu: "Man verändert die Welt nur, indem man jetzt etwas tut".
"Ö 3" unterstützt Aktion
Unterstützt werden die Jugendlichen in ihren Projekten von Hitradio "Ö 3". Zum einen werden "Ö 3"-Reporter aus ganz Österreich von den einzelnen Projekten berichten, zum anderen wird der "Pleiten-, Pech- und Pannendienst" ganz im Zeichen der Aktion stehen. Die Hörerinnen und Hörer werden aufgerufen, bei Problemen zu helfen. Jugendliche und hilfsbereite Hörerinnen und Hörer können sich unter der Telefonnummer 0820 600 3000 an den "Pannendienst" von "Ö 3" wenden.
Eine umfangreiche Berichterstattung über das Projekt gibt es auch auf "religion.orf.at", wo während der Aktion von rund 40 Jugendlichen Internet-Fernsehen zur Aktion gestaltet wird. Dabei werden auch Prominente aus Kirche, Politik und Gesellschaft auftreten und die Aktion unterstützen. Etwa Wiens Bürgermeister Michael Häupl, Schwimmstar Markus Rogan oder Diakoniedirektor Michael Chalupka.
Die Veranstaltung beginnt Mittwochabend und endet in einer großen Schlussveranstaltung am Samstagabend im Wiener Szenelokal "Reigen". Caritas-Präsident Küberls Fazit: "Österreich ist in den nächsten Tagen eine soziale Baustelle. Es gibt eine enorme Wärmezufuhr für jene Menschen, die sonst an sozialer Unterkühlung leiden".
"72 Stunden ohne Kompromiss" wird bereits zum dritten Mal durchgeführt. Schon 2002 und 2004 haben sich mehr als 5.000 Jugendliche in den Dienst der guten Sache gestellt. Mehr als 400.000 Arbeitsstunden wurde ehrenamtlich geleistet.