Papst Benedikt feiert 84. Geburtstag
Wegen der beginnenden Karwoche verzichtete er auf besondere Festlichkeiten. Glückwünsche aus aller Welt
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Mit einem normalen Arbeitstag hat Papst Benedikt XVI. am Samstag seinen 84. Geburtstag begangen. Wegen der beginnenden Karwoche verzichtete er diesmal auf besondere Festlichkeiten, ebenso wie zum sechsten Jahrestag seiner Papstwahl am kommenden Dienstag. Allerdings waren zum Mittagessen am Samstag neben den Mitgliedern des Päpstlichen Haushalts einige besondere Gäste eingeladen. Im Laufe des Vormittags empfing er die neue spanische Vatikanbotschafterin sowie zwei Kurienkardinäle in Audienz. Unter ihnen war auch der vatikanische Missionsminister Kardinal Ivan Dias, der am Donnerstag 75 Jahre alt geworden war und demnächst in Ruhestand gehen dürfte.Vatikanstadt, 16.04.2011 (KAP)
Unterdessen trafen zum Geburtstag Glückwünsche aus aller Welt ein. Die britische Königin Elisabeth II. erinnerte in einem Gratulationsschreiben an seinen Besuch im vergangenen September in ihrem Land. Vatikansprecher und Radio Vatikan-Intendant Federico Lombardi übermittelte im Namen aller Mitarbeiter, Zuhörer und Leser dem Papst "Bewunderung und Dankbarkeit" für seinen unermüdlichen Einsatz für die Universalkirche. Er habe sein Leben stets "im Einsatz für den Dienst am Herrn und seiner Kirche, mit totaler und unermüdlicher Hingabe" gelebt, so Lombardi. "Wir wünschen ihnen und uns, dass Gott Ihnen lange Gesundheit und Energie schenkt, damit Ihr Wort und Ihre Zuwendung - Ausdruck ihres Glaubenszeugnisses - weiterhin Geist und Herzen erleuchten und stärken".
Neben fünf Auslandsreisen, von denen vor allem die Englandreise zu einem überraschenden Erfolg wurde, hat Benedikt XVI. im zurückliegenden Jahr zwei Bücher veröffentlicht: Den Interview-Band "Licht der Welt" und den zweiten Teil seines Jesus-Buches. Für Oktober 2010 lud er zu einer Sonder-Bischofssynode für den Nahen Osten ein. Im Mai ordnete der Papst für die von Missbrauchsskandalen erschütterte Kirche Irlands eine gründliche vatikanische Visitation an. Ende des Jahres passte er mit einem "Motu proprio" die Finanzgeschäfte des Vatikan an internationale Standards gegen Korruption, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche an.
Für Überraschung sorgte Benedikt XVI. am Neujahrstag 2011 mit der Einladung zu einem neuen Weltfriedenstreffens der Religionen nach Assisi. Wenige Tage später errichtete er in Großbritannien die erste Personal-Prälatur für übertrittswillige Anglikaner, die in der katholische Kirche eine Reihe ihrer bisherigen Traditionen und Riten beibehalten können.
Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge bemühen sich Papst und Vatikan außerdem weiterhin um eine Verbesserung der kirchlichen Lage in der Volksrepublik China sowie um einen Dialog mit den staatlichen Behörden. Vor wenigen Tagen zog die China-Kommission eine Zwischenbilanz der bisherigen Bemühungen. Schließlich beendete Benedikt XVI. Mitte Januar offiziell das Seligsprechungsverfahren für seinen Vorgänger, Papst Johannes Paul II. (1978-2005). Am kommenden 1. Mai wird er ihn feierlich zur Ehre der Altäre erheben.