Kirche feiert die Heiligen Drei Tage
Papst bei Chrisammesse: Der Grundauftrag der Kirche bestehe darin, die Botschaft Gottes zu verkünden und den Menschen den Zugang zu Gott zu öffnen
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Vatikanstadt (KAP) Mit der Chrisam-Messe im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. Gründonnerstagfrüh im Vatikan die Höhepunkte der Karwoche eingeleitet. Vor mehreren Tausend Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie weihte er die Heiligen Öle, die von der Kirche bei der Spendung der Sakramente verwendet werden. Die anwesenden Geistlichen wiederholten das Versprechen, das sie bei ihrer Priesterweihe für Gott und die Kirche abgelegt hatten.
In seiner Predigt beklagte der Papst, dass Gott in der heutigen Gesellschaft vielfach fern und abwesend scheine, und dass die Menschen sich stattdessen selbst genügten. Der Grundauftrag der Kirche bestehe darin, die Botschaft Gottes zu verkünden und den Menschen den Zugang zu Gott zu öffnen. Auch habe sie aber die Pflicht zur Heilung von Seele und Leib. Wirklich gesund werden könne der Mensch letztlich nur, wenn er sich mit Gott aussöhne.
Zur Heilung gehöre auch der konkrete Einsatz für die Leidenden, Hungernden, Kranken, Hoffnungslosen und Verfolgten sowie für Opfer von Gewalt. Gerade hier habe die Kirche eine große Tradition, die z. B. Elisabeth von Thüringen und Mutter Teresa von Kalkutta einschließe.
"Sind wir nicht zu einem Volk des Unglaubens und der Ferne von Gott geworden?", fragte der Papst bei der Predigt im Petersdom. Gerade im Westen, den Kernlanden der Christenheit, seien viele Menschen "ihres Glaubens müde und ihrer eigenen Geschichte und Kultur überdrüssig". Sie wollten den Glauben an Christus nicht mehr kennen.
"In dieser Stunde haben wir Grund, zu Gott zu rufen: Lass uns nicht zu einem Nichtvolk werden! Lass uns dich neu erkennen!" Bei aller Scham über das Versagen von Christen gebe es aber "auch heute leuchtende Beispiele des Glaubens", unterstrich Benedikt XVI und verwies auf Papst Johannes Paul II., den er am 1. Mai seligspricht.
Die heiligen Öle
Beim Gottesdienst im Petersdom weihte der Papst die drei heiligen Öle, die am Gründonnerstag von allen Bischöfen der Welt in ihren Diözesan-Kathedralen konsekriert werden. Dazu gehören das Chrisam-Öl, das bei der Taufe, der Firmung, der Priester- und Bischofsweihe benutzt wird, das Kranken-Öl zur Krankensalbung sowie das Katechumenen-Öl, mit dem die Taufkandidaten gesalbt werden.
Der Brauch geht auf biblische und antike Traditionen zurück. Bereits im Altertum diente Öl nicht nur als Nahrungsmittel, sondern wurde auch als Arznei und zur Körperpflege benutzt. Die griechische Bezeichnung für die Öle, Chrisam, verweist einerseits auf Christus als den Gesalbten und das griechische Wort für Salböl, chrisma. Diese doppelte Bedeutung soll unterstreichen, dass eine Salbung mit den Ölen nach dem Verständnis der Kirche Zeichen für die Begegnung mit Christus ist.
Auf dem Programm des Papstes für Donnerstag stand auch der Abendmahlsgottesdienst in der Lateran-Basilika. Die Feier erinnert an das Letzte Abendmahl Jesu vor seinem Kreuzestod, an die Einsetzung der Eucharistie sowie an die Einsetzung des Priestertums.