Steiermark: Römisches Grabsteinfragment in Altar
Graz, 2.11.06 (KAP) Die Innenrestaurierung der Pfarrkirche St. Johann bei Herberstein (Steiermark) wird am 5. November feierlich abgeschlossen; der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari weiht den neu gestalteten Volksaltar, in den das Fragment eines römischen Grabsteins integriert ist. Die ehemalige Ordenskirche stammt in der heutigen Form aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, der berühmte Volksprediger Abraham a Sancta Clara hatte die Einweihungspredigt gehalten. Das angeschlossene frühere Augustinerkloster ist heute das "Haus der Frauen" - ein Begegnungs- und Erholungszentrum, das in der nächsten Zeit ebenfalls von der Diözese Graz-Seckau ausgebaut wird.
Die Kosten für die Innenrestaurierung der Kirche - ein hochbarockes Baujuwel ersten Ranges in der Steiermark - beliefen sich auf rund 330.000 Euro. Der gesamte Innenraum wurde restauriert, der ursprüngliche Steinboden wieder hergestellt, die Hackhofer-Fresken in der Sakristei samt dem Mobiliar renoviert.
Dass der Kirchenplatz früher eine römische Nekropole war, kommt in der Neugestaltung des Volksaltars durch Msgr. Werner Reiss zum Ausdruck: Integriert ist nämlich das mächtige Fragment eines römischen Grabsteins, der an Ort und Stelle gefunden wurde. Er zeigt einen Opferkorb und ein Weinranken-Symbol als Symbol der Erlösungssehnsucht der Antike. Das Christus-Symbol in der Mitte des Altares gestaltete Wolfgang Ernst, dessen Werk viele Impulse von Msgr. Otto Mauer aufgreift.