Mauthausen-Gedenken: Kirchen-Aufruf gegen Rassismus
Es gelte "zu protestieren und die Stimme zu erheben für die Menschen, die heute Unrecht erleiden, aber auch für jene, die rassistischer Hetze und der Willkür der Behörden ausgesetzt sind"
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Linz (KAP) Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist am Sonntagvormittag das diesjährige Mauthausen-Gedenken im ehemaligen NS-Konzentrationslager eröffnet worden. Dem Gottesdienst beim jüdischen Denkmal stand der Linzer Altbischof Maximilian Aichern vor. Der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld rief in seiner Predigt zu mehr Zivilcourage und zum verstärkten Einsatz gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Rassismus auf. Es gelte "zu protestieren und die Stimme zu erheben für die Menschen, die heute Unrecht erleiden, die gefangen sind, unterdrückt und verfolgt werden, aber auch für jene, die rassistischer Hetze und der Willkür der Behörden ausgesetzt sind".
Mit dem Gedenken an die Opfer von Mauthausen könne diesen ein Stück ihrer Menschenwürde zurückgeben werden, so Hennefeld weiter. Zugleich sei dies auch eine Chance, "sensibler zu werden den Nachkommen der Opfer und ihren Ängsten gegenüber". Hennefeld: "Wir wollen den Netzwerken des Terrors Netzwerke der Menschlichkeit entgegensetzen. Um wie viel mehr ist das geboten in einer Zeit, in der wir nicht um Leib und Leben fürchten müssen, aber Leib und Leben anderer vielleicht retten können."
Christen seien verpflichtet, ein besonderes Augenmerk zu haben auf die Schwachen, Armen und Schutzlosen. "Wir sollen hinschauen, was Menschen droht, wenn sie heute aus unserem Land abgeschoben werden", so der reformierte Landessuperintendent. Auch in der Demokratie sei die Bewahrung der Menschenwürde keine Selbstverständlichkeit, sagte Hennefeld und verwies auf die weitere Verschärfung des Asyl- und Fremdenrechts: "So müssen wir aufschreien, wenn die Menschenwürde verletzt wird, wenn Menschen ausgeliefert werden und sie im äußersten Fall Gefängnis, Folter oder gar Tod in ihrer Heimat erwartet."
Das Gedenken in Mauthausen mahne zudem auch zum Widerstand und zur Bekämpfung aller Tendenzen der "Verharmlosung und Verdrehung der Geschichte", unterstrich der Landessuperintendent. Es sei für ihn "skandalös", so Hennefeld, dass an einem Tag wie heute ein von einer rechtsextremen Burschenschaft organisiertes Totengedenken am Wiener Heldenplatz stattfinden könne.