Katholische Jugend hat Zukunft
Wien, 6.11.06 (KAP) Die Katholische Jugend ist zukunftsfähig - das wurde beim "Find-fight-follow"-Gottesdienst zum 60-Jahr-Jubiläum der offiziellen kirchlichen Jugendorganisation deutlich. Rund 3.000 Leute aus unterschiedlichen Generationen hatten sich in der "Jugend-Kirche" St. Florian an der Wiedner Hauptstraße in Wien eingefunden - unter ihnen fast alle Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz. "Jugend-Bischof" Franz Lackner brachte auf den Begriff, was die jungen Katholiken in Österreich heute bewegt: "Die Katholische Jugend soll ein Anwalt sein für die jungen Menschen in unserem Land, in unserer Kirche". Die Jugend müsse aber auch immer bedenken, dass es keine "Zukunft ohne Herkunft" gebe. Entscheidend sei, immer wieder zu einer Sensibilität für den Mitmenschen und für Gott, den "ganz anderen", zu gelangen.
In diese Kerbe schlug auch Erhard Busek, früherer Vizekanzler und von 1959 bis 1966 in der Katholischen Jugend aktiv. Busek betonte, dass es angesichts der Sehnsucht der Jugend nach Orientierung in erster Linie darum gehe, die "Frage nach Gott" zu stellen. In vielen Umfragen über die Zehn Gebote zeige sich, dass die ersten drei Gebote - die vom Verhältnis zu Gott handeln - kaum genannt werden. Trotzdem seien diese Fragen von besonderer Wichtigkeit, weil sie einen Hinweis auf die Frage nach woher, wohin und wozu des Lebens geben.
Busek erinnerte daran, dass die Katholische Jugend einmal das Motto hatte "In der Liebe zu Österreich soll uns niemand übertreffen". Dieses Motto sei auch heute noch eine Verpflichtung, Signale zu setzen, etwa im Bereich der Entwicklungshilfe und der Integration.
Besonderen Applaus aller Generationen erntete die 18-jährige Elisabeth Steininger aus der Diözese Linz: Sie schilderte, wie sie vor vier Jahren im kroatischen Vukovar bei einem Austauschprogramm mit dortigen Jugendlichen in Kontakt kam. Dort habe sie gelernt, dass "alle Menschen gleich viel wert sind". Deshalb setze sich die Katholische Jugend auch für Schwächere ein, auch für die zehntausenden Jugendlichen, die arbeitslos sind. "Katholische Jugend, das ist ein Lebensgefühl, das ist wie 'Heimkommen'", sagte Elisabeth Steininger. Sie wünsche sich, dass die Kirche "noch mehr auf die Jugend zukommt".
Der "Find-fight-follow"-Gottesdienst wurde von "Jugend-Bischof" Lackner gemeinsam mit dem Jugendseelsorger Markus Muth zelebriert. Die Liturgie wurde von der "Find-fight-follow"-Band musikalisch begleitet. Mit schauspielerisch gestalteten Elementen wurde das Selbstverständnis der Katholischen Jugend deutlich gemacht: Unbequeme Fragen stellen, sich auch gegen Widerstände für seine Visionen einsetzen.
Stephan Bazalka, der Koordinator der "Find-fight-follow"-Gottesdienste bezeichnete die Messe in St. Florian als Bestätigung des Konzepts: "Mit cooler Musik, einer verständlichen Sprache, kreativen Elementen und einer klaren, positiven Message wird für Jugendliche Gott spürbar. Die knallvollen Kirchen zeigen, dass das Konzept aufgeht". Der nächste Wiener "Find-fight-follow"-Gottesdienst mit dem Titel "Out of the dark" findet am 17. Dezember um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Liesing statt.