Wiener Dommuseum zeigt Werke von Max Spielmann
Wien, 7.11.06 (KAP) Das Wiener Dom- und Diözesanmuseum präsentiert anlässlich des 100. Jahrestages der Geburt des Tiroler Künstlers Max Spielmann eine umfangreiche Retrospektive von dessen Schaffen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie "Augustin" (1010 Wien, Lugeck 3) und ist zweigeteilt: Während im Dommuseum die sakralen Emailarbeiten, Ölbilder und Zeichnungen aus den Kriegsjahren des Künstlers zu sehen sind, zeigt die Galerie "Augustin" Figurales und Landschaften in Öl und Aquarell.
Max Spielmann galt als einer der renommierteste Tiroler Sakralkünstler des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 8. Oktober 1906 in Innsbruck geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er bei Emmanuel Raffeiner, einem erfolgreichen Kirchenmaler. Danach besuchte Spielmann die staatliche Schule für Angewandte Kunst in München und studierte dort von 1930 bis 1939 an der Akademie der Bildenden Künste bei Franz Klemmer, dem damaligen Leiter des Ateliers für kirchliche Kunst. Bei einem Wettbewerb erhielt Spielmann seinen ersten Preis für ein Fresko an der Alten Residenz in München, kurz danach auch seinen ersten Auftrag zur Ausführung eines großformatigen Wandbildes "Herzog Christoph wirft den Stein", das im Zweiten Weltkrieg allerdings zerstört wurde.
Ab 1938 erhielt Spielmann wegen seiner kirchlichen Einstellung kaum mehr Aufträge. Die von ihm im Jahre 1936 als Übungsstücke geschaffenen Freskoarbeiten wurden während des Nationalsozialismus als entartet gebrandmarkt. Der Holzschnitt "David nimmt Abschied von Saul", für den Spielmann 1935 den Anerkennungspreis im Wettbewerb um den Österreichischen Staatspreis erhielt, wurde 1938 als "jüdische Kunst" deklariert.
Ab 1941 war Spielmann als Zeichner in einem Berichtertrupp und schuf eindrucksvolle Blätter über die Gräuel und die Not des Krieges. Gleich nach dem Krieg begann Spielmann wieder als Künstler zu arbeiten und übernahm in einer Zeit religiöser Erneuerung Aufträge für Wandarbeiten und Glasfenster in Kirchen. Viele seiner religiösen Arbeiten hat Spielmann aber auch ohne Auftrag geschaffen. In ihrer bibelgetreuen Klarheit und Farbenpracht sind sie Zeugnisse persönlicher Frömmigkeit. Der Tiroler Künstler starb 1984.
Spielmanns gespanntes Verhältnis zu Msgr. Otto Mauer, dem Förderer der modernen Kunst, kommt in der Schau im Dommuseum in einem Ölgemälde pointiert zum Ausdruck: In einer Darstellung der Vertreibung der Händler aus dem Tempel trägt einer der von Jesus mit Peitschenhieben bedachten unverkennbar die Züge Otto Mauers.
Anlässlich der Ausstellung im Dommuseum und in der Galerie "Augustin" ist das Buch "Max Spielmann - Ein Leben für die Kunst" im Museumsshop erhältlich. (Informationen: Internet: www.dommuseum.at).