Neues Buch von Bischof Scheuer
Wien, 10.11.06 (KAP) Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer hat am Donnerstagabend in Wien sein neues Buch "Und eine Spur von Ewigkeit" vorgestellt, in dem er auf die Bedeutung der Zeit und geprägter Zeiten für Gott und den Menschen hinweist. Als Beispiel für den Umgang mit Zeit nannte Scheuer den 9. November als Gedenktag an die NS-Pogromnacht des Jahres 1938. Dieser Gedenktag stelle deutlich die Wichtigkeit von Gedächtnis und Erinnerung vor Augen. "Die Güter der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Schönheit brauchen ein Gedächtnis, oder sie degenerieren", etwa wenn geschehenes Unrecht vergessen werde, so Scheuer. Viele Menschen wollten nur allzu schnell einen Schlussstrich unter die Vergangenheit setzen, ohne sich mit ihr auseinander zu setzen. Das könne aber nicht der richtige Umgang mit der Zeit sein.
Das richtige Verständnis der Zeit für den Menschen beziehe sich auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und habe große Bedeutung für das Miteinander der Menschen ebenso wie für die Gemeinschaft des Menschen mit Gott. "Menschwerdung Gottes bedeutet, Gott ist in die Zeit gekommen, und er hat Zeit", so Scheuer. Nicht zuletzt bedeute Leben in der Heiligen Schrift, Zeit für den anderen zu haben. Für den anderen "keine Zeit" haben, sei Lieblosigkeit und damit Sünde. Gott habe die Zeit in seiner Menschwerdung nicht beendet, sondern "geöffnet", und damit die Bedeutung der Zeit und des "Sich-Zeitnehmens" vorgelebt.
Bischof Scheuers Buch - das im "Herder"-Verlag erschienen ist - will "ein geistlicher Begleiter durch das Jahr" sein, der dazu anregen soll, die Zeit auch im Sinn von besonderen Festen wahrzunehmen und alle Ereignisse des Lebens in den richtig verstandenen Dimensionen zu sehen. (ende)