Österreichweites Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit
Graz, 15.11.06 (KAP) Eine Kampagne gegen die Jugendarbeitslosigkeit hat die Katholische Jugend Österreichs gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung gestartet. Mehr als 60.000 Jugendliche sind derzeit in Österreich ohne Arbeit oder Ausbildungsplatz, die Jugendarbeitslosigkeit hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Das Projekt "Stellenwert - Jugend will Arbeit" der Katholischen Jugend und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung lässt Jugendliche zu Wort kommen. Der Kampagnenauftakt fand am Mittwoch in Bad Gleichenberg in der Steiermark statt.
Jugendliche haben während der Laufzeit des Projektes bis September 2007 die Möglichkeit, bei zahlreichen Einzelveranstaltungen in ganz Österreich über ihre Situation zu berichten. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden Forderungen und Vorschläge für den Einstieg in den Arbeitsmarkt erarbeitet. Die Forderungen der Jugendlichen werden anschließend Vertretern der Politik und Wirtschaft überreicht.
"Uns ist wichtig, dass Jugendliche im Mittelpunkt stehen. Denn leider ist es oftmals so, dass über Jugendliche, aber nicht mit Jugendlichen gesprochen wird", so der Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich, Peter Gebauer. Im Nationalratswahlkampf hätten sich die Parteien einhellig für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit stark gemacht. "Deshalb fordern wir eine rasche Regierungsbildung", so Gebauer. Nun seien schon sieben Wochen seit der Wahl vergangen und eine neue Regierung sei nicht in Sicht. Jeder Tag, an dem Jugendliche keine Arbeit haben, sei ein Tag zu viel, so der Vorsitzende. Im Arbeitsübereinkommen der neuen Regierung müsse die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit an erster Stelle stehen. "Wir werden alle Parteien an der Umsetzung ihrer Versprechungen im Wahlkampf messen", sagte Gebauer.
Zum Kampagneauftakt, der zeitlich auch in Zusammenhang mit dem kirchlichen Jugendsonntag am 26. November gewählt wurde, wurden symbolisch 60 "Checkies" (ein "Checky" steht für jeweils 1.000 arbeitslose Jugendliche) aufgestellt. Diese "Checkies" sind knapp mannshohe Holzstilisierungen der Kampagne-Logofigur und begleiten optisch die Projektveranstaltungen in ganz Österreich bis Mitte des kommenden Jahres.
"Jugendbischof" unterstützt Aktion
JugendbischofFranz Lackner unterstrich in einem Grußwort seine Unterstützung des Projekts: "Die Katholische Jugend hat sich in den vergangenen 60 Jahren einen Ruf als verlässlicher Anwalt für die Schwachen in unserem Land erarbeitet", so Lackner. Mit dem Projekt "Stellenwert" übernehme die Katholische Jugend gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung die Funktion der Anwaltschaft. Das Sichtbarmachen von Jugendarbeitslosigkeit sei der erste Schritt zur Veränderung.
Wie der Fachinspektor an den Berufsschulen für Religion und Lehrer an der Berufsschule Bad Gleichenberg, Andreas Gieferl, sagte, hätten viele Schülerinnen und Schüler der steirischen Berufsschulen schon Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit machen müssen. Zwischen dem Abschluss der Pflichtschule und dem Beginn einer Lehre seien die Jugendlichen oft ein Jahr oder länger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Diese Zeit sei eine Zeit großer Belastung für die Jugendlichen, aber auch für ihre Familien. Deshalb sei auch die Steirische Lehrlingswallfahrt nach Mariazell, die am 4. Oktober stattgefunden hatte, dem Thema Jugendarbeitslosigkeit gewidmet gewesen.