Ordensspitäler fordern "gleiches Geld für gleiche Leistung"
Wien, 16.11.06 (KAP) Die österreichischen Ordensspitäler fordern "gleiches Geld für gleiche Leistung". "Es gibt kein plausibles Argument dafür, warum ein Ordensspital für ein- und dieselbe Leistung bei gleicher Qualität weniger bezahlt bekommt als etwa ein Landesspital", so Pater Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs, am Donnerstag in einer Presseaussendung. Die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser würden voll und ganz aus öffentlichen Mitteln, also Steuergeld, finanziert, und die Ordensspitäler fordern deshalb eine gesetzliche Regelung, die sie den öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern endlich gleichstellt.
Rund 200 Millionen Euro pro Jahr würden sich die Bundesländer durch die überdurchschnittliche Effizienz der österreichischen Ordensspitäler ersparen, so Gregotsch. Damit würden deutlich die Budgets der Bundesländer entlastet, in denen Ordensspitäler ihren Versorgungsauftrag erfüllen. Dennoch würden einige Bundesländer den Orden als Träger der Spitäler nicht die vollen Kosten vergüten, und die Ordensgemeinschaften müssten diese Finanzmittel aus der eigenen Tasche zuschießen, kritisiert Gregotsch.
Wie P. Gregotsch betont, würden die Ordensspitäler mit rund 20 Prozent der Spitalsbetten wesentlich zur heimischen Gesundheitsversorgung beitragen. In Oberösterreich liege der Anteil sogar bei 40 Prozent. Gregotsch: "Daher verlangen die Ordensspitäler bei Erfüllung eines öffentlichen Versorgungsauftrags und bei gemeinnütziger Führung der Spitäler für gleiche Leistungen gleiches Geld."
Neutrale Studien belegten, dass Ordensspitäler hochqualitativ und äußerst effizient arbeiten. Eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS), die 2006 fertig gestellt wurde, belege überdies, dass Österreich bei der Spitalsfinanzierung gegenüber vergleichbaren europäischen Ländern offenbar eine Ausnahme darstellt, denn dort würden alle Spitäler, die an der öffentlichen Versorgung teilnehmen, bei der Finanzierung gleichbehandelt.