Deutscher Orden erinnert an die Heilige Elisabeth
Wien, 17.11.06 (KAP) Am Sonntag beginnt das "Elisabeth-Jahr", mit dem im ganzen deutschsprachigen Raum des 800. Jahrestages der Geburt der großen Caritas-Heiligen gedacht wird. Auch im Hinblick auf dieses Datum präsentiert der Deutsche Orden sein Zentralarchiv in Wien der Öffentlichkeit. Denn eines der "herausragendsten Exponate" in der Schatzkammer des Deutschordenshauses in der Wiener Singerstraße ist die Kanonisationsbulle der Heiligen Elisabeth von Thüringen, so der Hochmeister des Deutschen Ordens, P. Bruno Platter, im Gespräch mit "Kathpress".
Die Heilige Elisabeth ist in Österreich tief in die Volksfrömmigkeit verankert. Auch ihr Kopfreliquiar wird bei den Wiener Elisabethinen aufbewahrt. Hochmeister Platter betonte, wie eng die Heilige mit der Geschichte des Deutschen Ordens in Wien verwoben" sei. Das Kopfreliquiar der Heiligen wird bei den Wiener Elisabethinen aufbewahrt. Die Reliquien fanden ihren Weg nach Österreich über Erzherzog Maximilian von Österreich, der zugleich "Großmeister des Deutschen Ordens" war und die Reliquien seiner Schwester Elisabeth von Österreich zum Geschenk machte. Elisabeth von Österreich war vormals Königin von Frankreich und hatte sich nach dem Tod ihres Mannes, König Karl IX., im Jahr 1574 als Witwe in das Wiener Klarissenkloster zurückgezogen. Nach der Aufhebung des Klosters durch den josephinischen Klostersturm 1782 wurden die Reliquien schließlich vom Wiener Weihbischof Edmund Maria Graf von Artz und Lassay den Elisabethinen übergeben.
In Österreich bildete sich laut Platter zwar keine Elisabeth-Tradition in Form eigener Wallfahrten heraus. Dennoch sei die Heilige als Caritas-Patronin "tief in das kulturelle Gedächtnis Österreichs eingewandert" und dort bis heute präsent. Der Deutsche Orden plant im Rahmen des "Elisabeth-Jahres" große Gedenkveranstaltungen auch in Österreich.
Zentralarchiv für kurze Zeit geöffnet
Am Freitagnachmittag wurde im Rahmen eines Festaktes zum Abschluss des Jubiläumsjahres "800 Jahre Deutscher Orden in Wien" ein neues Buch des Vorsitzenden der Internationalen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Udo Arnold, über die Urkunden des Deutschen Ordens präsentiert.
Am Samstag, 18. November, wird das Zentralarchiv für kurze Zeit der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein. Zwischen 9.30 Uhr und 11Uhr besteht die Möglichkeit, das Archiv in der Singerstraße zu besuchen und einige der kostbaren Dokumente und Urkunden in einer Ausstellung zu betrachten. Auskunft erteilt dabei der Leiter des Archivs, P. Bernhard Demel.