"Österreich verdient eine neue Selige"
Rom-Wien, 20.11.06 (KAP) Österreich könnte im Herbst 2007 eine neue Selige bekommen. Eine Delegation des "Hildegard Burjan-Komitees" war in den vergangenen Tagen in Rom, um sich über den Stand des Seligsprechungsverfahrens für die Gründerin der Schwesterngemeinschaft "Caritas Socialis" und ersten weiblichen christlich-sozialen Abgeordneten im Parlament der 1. Republik, Hildegard Burjan (1883-1933), zu informieren. An den verschiedenen Gesprächen nahmen u.a. die ehemalige Wiener Landtagspräsidentin Maria Hampel-Fuchs und Heinz Gerstbach, Bezirksvorsteher von Wien- Hietzing, dem Wohnort von Hildegard Burjan, teil.
Wie die Vorsitzende des Komitees und Vizepostulatorin in diesem Prozess, Ingeborg Schödl, mitteilte, verliefen die Gespräche in der Selig- und Heiligsprechungskongregation und mit dem zuständigen Postulator äußerst positiv.
An der Audienz beim Präfekten der Kongregation, Kardinal Jose Saraiva Martins, nahmen auch Frauenministerin Maria Rauch-Kallat und der österreichische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Martin Bolldorf, teil. Die Frauenministerin verwies besonders auf den auch für heute vorbildhaften Einsatz von Hildegard Burjan in der Politik hin, sowohl für die Rechte der berufstätigen Frauen als auch für die Randgruppen der Gesellschaft.
Kardinal Saraiva informierte die Delegation, dass mit einer Seligsprechung von Hildegard Burjan im Spätherbst 2007 gerechnet werden kann, denn "Österreich verdient eine neue Selige".
Die "Caritas Socialis" ist dem Auftrag ihrer Gründerin verpflichtet, "die Not einer Zeit, die Ursachen dieser Not, die Mittel, die zur Abhilfe führen, zu erkennen"; sie ist u.a. im sozialen Beratungsdienst und in der Hospiz-Bewegung tätig. Das "Hospiz Rennweg" der "Caritas Socialis", das Papst Johannes Paul II. bei seinem Wien-Besuch 1998 besuchte, war bahnbrechend in Österreich bei der Verwirklichung des Gedankens, chronisch Kranken, krebskranken und sterbenden Menschen durch professionelle Begleitung ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen.
Auf Diözesanebene war das Seligsprechungsverfahren 2001 beendet worden. Die Akten liegen seitdem in Rom zur Überprüfung.